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Die Kriegerdenkmäler in Fürth

In der Rubrik „Gastbeiträge“ wollen wir Autoren zu Wort kommen lassen, die sich mit der Fürther Stadtgeschichte befassen und Interessantes beizutragen haben. Den Anfang macht Peter Frank, Schriftführer des Fürther Geschichtsvereins und bekannter Heimatforscher. Er hat sich – passend zum Gedenken an  „100 Jahre Erster Weltkrieg “ – mit der Darstellung der Fürther Kriegerdenkmäler befasst. Hier seine Gedanken dazu:

Mahnmale zum Frieden oder weiterhin viel Heldenpathos? Die Kriegerdenkmäler in Fürth

Am Volkstrauertag im November, dem alljährlichen Gedenktag für die Opfer der Weltkriege, werden in Fürth seit 1927 an sämtlichen, den Gefallenen zum ehrenden Gedenken errichteten Denkmälern Kränze mit Schleifen in den Stadtfarben niedergelegt. Der Vollzug wurde seinerzeit der städtischen Garteninspektion übertragen. Angeordnet wurde dies von OB Dr. Wild am 11.11.1927.[1] In den Ansprachen an den Gedenkstätten wird an die Opfer eines gewaltsamen Todes auf den Schlachtfeldern und in der Gewaltherrschaft gedacht.

Die Gedenkstätten können mahnen, aber sind manche Symbole und Inschriften noch zeitgemäß? Soll man das abtun mit dem damaligen „Zeitgeist“. Oder sollten wir uns fragen: Bedürfen die „Heldendenkmale“ einer Ergänzung als Appell zum Frieden?

Im Folgenden zunächst eine Beschreibung der in Fürth bestehenden und nicht mehr bestehenden Kriegerdenkmäler. Im Schlusswort dann ein Vorschlag, der an diejenigen geht, die für den Erhalt und die Pflege der Denkmäler Sorge tragen.

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Das Ludwig Erhard Haus

Häuser erzählen Geschichten

Sternstr5-FamWilhelmErhard-SammlungKlausHornSc10Mit sichtlichem Stolz und Selbstbewusstsein blickt der Textilwarenhändler und Weißwarengeschäfts-Inhaber Wilhelm Philipp Erhard in die Kamera. Umrahmt von seinen Mitarbeitern steht er im Eingang des Geschäfts in der Fürther Sternstraße 5 (vorne rechts auf dem Bild), jener Straße, die seit 1977 den Namen seines Sohnes Ludwig trägt, der dort am 4. Februar 1897 das Licht der Welt erblickte. Berühmt wurde Ludwig Erhard natürlich als „Vater der Sozialen Marktwirtschaft und des Wirtschaftswunders“, obwohl er selbst diese Bezeichnung nicht besonders mochte.

Sein „Vater Wilhelm Philipp war ein Bauernbub aus der unterfränkischen Rhön, der mit großem Fleiß sein Glück in der florierenden Industriestadt Fürth machte. Die Mutter Augusta, eine Fürther Handwerkstochter, arbeitete trotz ihrer fünf Kinder ständig im Geschäft mit und vermittelte dem kleinen Ludwig – wie er sich später erinnerte – eine ,Atmosphäre bürgerlicher Beschaulichkeit und Sorglosigkeit‘“, so schildert die Stadt Fürth die Abstammung ihres berühmten Sohnes.

Das Ehepaar Erhard gehörte also mit ihrem Wäsche- und Ausstattungsgeschäft zur soliden Mittelschicht. Auch die junge Elisabeth Bock, die im Februar 1915 als „Mädchen für Küche und Haus“ zur Fürther Kaufmannsfamilie kam, kann sich noch gut an den späteren Bundeskanzler erinnern. Schließlich gehörte es im Kaiserreich zum guten Ton, Hausangestellte zu beschäftigen, die sich auch um den Nachwuchs der Familie kümmerten. Ludwig war damals allerdings schon 18 Jahre alt, lebte anfangs aber noch mit im Haus, bis er sich im Jahr 1916 als Freiwilliger zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg meldete.

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Zur Diskussion um das Woolworth-Kaufhaus

Wird Fürth den Klotz los?“ Unter dieser Überschrift stand dieser Tage ein Artikel in den Fürther Nachrichten (siehe auch „Aus den Medien“) über die aktuelle Diskussion um die Aufnahme des „Woolworth“-Gebäudes an der Ecke Max-/Schwabacher Straße in die bayerische Denkmalliste. Ich möchte an dieser Stelle meine Haltung dazu erläutern und vielleicht auch etwas zur Versachlichung der Debatte beitragen. Seit geraumer Zeit befasst sich die Denkmalpflege mit dem Begriff „nachwachsende Denkmäler“. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass der Schutz historischer Gebäude nicht mit Bauten aus dem Mittelalter oder der Gründerzeit aufhört, sondern dass jede Zeit, jede Epoche schützenswerte Kulturgüter hat. In der Malerei, der bildenden Kunst oder in der Musik ist es ganz normal, Zeitgenössisches neben Traditionellem zu fördern und auch für die nächste Generation zu bewahren. Das gilt für die Architektur der Nachkriegszeit genauso. Auch in den 1950er Jahren haben sich namhafte Architekten Gedanken über die städtebauliche Entwicklung gemacht, haben ihre Ideen und Vorstellungen zu einer modernen Bauweise eingebracht. Natürlich sind in dieser Zeit, in der möglichst rasch, kostengünstig und praktisch neuer Wohn- und Lebensraum geschaffen werden musste, auch Bauten entstanden, über deren Erhalt man diskutieren kann. Doch bei der „Bilka“, die erst Ende der 1980er Jahre vom „Woolworth“ als Kaufhaus-Betreiber abgelöst wurde, sieht das doch etwas anders aus. Weiterlesen

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