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Neues zum Lokschuppen

Fürther Lokschuppen: Aus für das geplante Jugendzentrum

Wir wollen da noch nicht aufgeben. Man sollte doch öfter mal überlegen, warum etwas doch gehen könnte und nicht, warum etwas nicht geht. Eine Nutzung als Jugendtreff mit Werkstätten und alternativer Kunst/Kultur wäre ja möglich. Und Disko/Konzerte bis in der Früh könnten dort stattfinden, wo der Lärm kein Problem ist. Bin gespannt, ob sich Herr Peter zu seinen Vorstellungen äußert. Lange gewartet haben wir ja nun.

Die Stadtheimatpfleger mit Florian Lippmann vom Verein Soziokultur Fürth vor dem Lokschuppen. Foto: Tim Händel

Kurioses aus der Geschichte der Fürther Hard

Dr. Hans Gaab ist leidenschaftlicher Astronomiehistoriker. Seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt sich der ehemalige Mathematiklehrer und Wahl-Fürther in zahlreichen Veröffentlichungen mit Astronomiegeschichte. So publizierte er 2015 eine umfangreiche Arbeit zu den Sternkarten von Albrecht Dürer.

Im Moment recherchiert Hans Gaab über den in Fürth geborenen Georg Moritz Lowitz (1722-1774), der als Astronom und Geograph einige Bedeutung hatte und über dessen Leben doch erstaunlich viel merkwürdig dargestellt wird.

Dieser Lowitz soll 1744 die Haard (heute Hard) vermessen haben. In diesem Zusammenhang fand Gaab im Nürnberger Staatsarchiv einen Vermerk, in dem es zwar nicht um Lowitz, aber um kuriose Streitereien zwischen Unterfarrnbach und den Fürthern von 1744 geht. In mehreren Briefen berichtet darüber der Fürther Pfarrer Karl Friedrich Lochner d.J. nach Nürnberg.

Die drei Briefe hat Hans Gaab transkribiert, also übersetzt und der Stadtheimatpflege zur Verfügung gestellt. Man kann sie anbei in verschiedenen Versionen lesen.

Wie kompliziert so eine Transkription ist, zeigen die beiden Bilder vom Original-Brief Lochners.

Wie der Streit endete, geht aus den Akten nicht hervor. Doch für einen Gemeindediener, der auf der Haard nach Marksteinen suchen sollte, war er folgenreich. Er wurde nach Cadolzburg verschleppt und erst einmal kräftig durchgeprügelt.

Die Transkription der drei Briefe von Pfarrer Lochner finden Sie hier: Transkript-1

Die drei Briefe in einem heutigen Deutsch, möglichst nahe am Original, finden Sie hier: Transkript-2

Der dritte Brief von Pfarrer Lochner wie er im Staatsarchiv Nürnberg zu finden ist

 

Der dritte Brief von Pfarrer Lochner wie er im Staatsarchiv Nürnberg zu finden ist

 

Jahresbericht 2020

Jahresbericht 2020 der Stadtheimatpflege

Liebe Fürth-Freunde!

2020 war auch für die Stadtheimatpflege unter den Pandemie-Umständen ein besonderes Jahr. Etliche Besprechungen sind ausgefallen, wurden verschoben oder fanden als Videokonferenzen statt.

Trotzdem haben wir uns bemüht, unserem Auftrag gerecht zu werden. Haben Stellungnahmen zu den unterschiedlichsten Vorhaben abgegeben. Haben, wo es möglich war, an Ortsterminen teilgenommen und die Sitzungen von Baubeirat, Bauausschuss und Baukunstbeirat sowie weiterer Arbeitskreise – zum Beispiel Hauptbahnhof – besucht.

Leider können wir aus den bekannten Gründen in der Januar-Sitzung des Stadtrats unseren Jahresbericht nicht persönlich vortragen. Deshalb haben wir eine kleine Auswahl an Bildern (in alphabetischer Reihenfolge) aus dem Jahr 2020 zusammengestellt, die einen Eindruck davon geben, wie unser Beitrag zur Stadtheimatpflege in Fürth ausgesehen hat.

Ein Dank geht an alle, die uns dabei unterstützt haben – bleiben Sie uns auch weiterhin gewogen!
Besonders bedanken wir uns bei den Kolleginnen und Kollegen von FürthWiki, dem wir einige Informationen für die Bildunterschriften entnommen haben.

Ihre Stadtheimatpfleger
Karin Jungkunz und Lothar Berthold

 

Amalienstraße 43

Der Bauplatz des Vorderhauses wurde früher als Lagerplatz – teilweise mit Lagerschuppen bebaut – genutzt. Auch nach dem Wiederaufbau der durch den Luftangriff vom März 1943 zerstörten Nachbargebäude blieb der Bauplatz ohne Bebauung. Zuletzt befand sich dort eine Kohlenhandlung. Wir freuen uns sehr, dass die Besitzerin das Anwesen denkmalgerecht sanieren möchte und unterstützen das Vorhaben und dessen nicht ganz einfache Umsetzung.

 

Brahmsstraße

Dieses Gebäude ist Teil der in Dambach gelegenen Housing Area für amerikanische Stabsoffiziere und Oberste und bildet ein typisches Beispiel des Siedlungsbaus der 1950er Jahre ab. Die Wohnanlage wurde im Auftrag der Regierung von Mittelfranken unter Aufsicht des Finanzbauamts Nürnberg von dem Frankfurter Architekten Franz C. Throll im Jahr 1954 entworfen und bis 1959 ausgeführt. Der Besitzer des Anwesens möchte auf dem Grundstück ein weiteres Wohnhaus errichten und die Stadtheimatpflege hat eine positive Stellungnahme zu den Planungen abgegeben.

 

Bremenstaller Brücke

Diese Fußgänger- und Radwegbrücke über die Regnitz zwischen Stadeln im Osten und der Vacher Straße im Westen wurde am 6. November 2020 der Öffentlichkeit übergeben. In Sachen Namensgebung entschied der Stadtrat in seiner Sitzung im Oktober, dass die Bevölkerung hierzu befragt werden sollte. Insgesamt wurden drei Namen zur Abstimmung gestellt: Alexander-von-Humboldt-Brücke, Bremenstaller Brücke, Sophie-Scholl-Brücke. Mit etwa 46 Prozent der fast 5400 abgegebenen Stimmen gewann die Bezeichnung Bremenstaller Brücke, benannt nach dem Einödhof Bremenstall an der Regnitz. Schön so!

Übrigens: Gemäß der Dienstanweisung für die Heimatpfleger der Stadt Fürth gehören solche Benennungen auch zu unseren Aufgaben. Wir freuen uns immer, wenn man bei der Verwaltung daran denkt.

 

Dambacher Straße 51

links: Ob diese Symbiose aus Alt und neu gelungen ist, möge der Betrachter für sich selber entscheiden. Uns geht es besonders um die Fortsetzung der denkmalgeschützten Mauer, siehe zweites Bild. Rechts sieht man noch die ehemalige Trasse der Holzstraße und links daneben die noch vollständig erhaltene Umfriedung zur Dambacher Straße. Sie muss so bestehen bleiben!

 

 

 

 

 

 

Erlanger Straße 81

Dieses, unter Denkmalschutz stehende, klassizistische Wohngebäude wurde wohl im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts erbaut.

Um 1850 wurde das Anwesen als Wohnhaus mit Essigfabrik des Paulus Ammon errichtet. Der Hof umschloss links den Seitentrakt, in dem sich zeitweise eine Kegelbahn befand. Rechts stand sich ein Stall, rückwärtig eine Scheune. Der nördlich gelegene Teil des Gebäudetrakts wurde als Essig- und Hefefabrik errichtet.

Der Eigentümer möchte an dem Objekt umfangreiche Umbauten vornehmen, deren Architektur von der Stadtheimatpflege sehr kritisch betrachtet wird. Gemeinsam mit der Bauverwaltung muss versucht werden, eine für alle zufrieden stellende Lösung zu finden.

 

Flößaustraße 5

Ein Highlight unserer Arbeit: Diese zweigeschossiger Sandsteinvilla wurde 1884 im Stil der Neurenaissance erbaut.

Im Jahr 2016 wollte eine Immobilienfirma etliche Mehrfamilien-Wohnblocks auf dem Grundstück errichten. Nach Protesten von Natur- und Denkmalschützern und auch von Anwohnern beschloss die Kommune neue Rahmenbedingungen für die örtliche Bebauung. Daraufhin fand ein gerichtlicher Vergleich zwischen der Stadt und dem Bauträger statt, der das Grundstück gekauft hatte. Danach entfiel der geplante Baueingriff, da sich der damalige Bauträger zurückzog und der neue Eigentümer den Erhalt des Erscheinungsbilds von Villa und Garten zusicherte. Entstanden ist ein neues Juwel in der Südstadt. Dem Eigentümer ein dickes Dankeschön von Seiten der Stadtheimatpflege!

 

Frankenstraße 9

Das Objekt in der Fürther Oststadt wurde mittlerweile als denkmalwürdig eingestuft. Der Eigentümer möchte die Gebäude umfangreich sanieren. Derzeit geht es um den Erhalt des historischen Kamins der ehemaligen Möbelfabrik und vieler weiterer Maßnahmen. Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Denkmalschutz und Bauträger ist sehr umfangreich und noch nicht abgeschlossen.

 

Gebhardtstraße 33-35

Hier handelt es sich um das Gebäude des ehemaligen Modehauses Bätz. Der neue Besitzer plant den gesamten Abriss des Anwesens. Es soll dort eine Mischung verschiedener Wohnformen mit Studentenwohnungen, frei finanzierten und sozial gebundenen Wohnungen entstehen. Dabei ergeben sich allerdings sehr hohe Problemstellungen. Derzeit wird an Lösungskonzepten gearbeitet.

 

Hauptbahnhof

Ein weiteres Highlight im Jahreskalender der Stadtheimatpflege ist die Restaurierung des Hauptbahnhofes. Dem Investor Philipp Streng kann für seine denkmalaffine Haltung nicht oft genug gedankt werden. Die Fassade zur Innenstadt lässt viel Positives erkennen. Es hängen sogar schon die neuen Lampen im Eingangsbereich. Innen warteten viele Überraschungen auf die Restaurateure: Das Foto zeigt die frei gelegte Kassettendecke der Wartehalle, wobei man festgestellt hat, dass sich die Decke auch über den linken Bereich zieht. Gefunden wurden zudem Wandmalereien u.a. in den Treppenhäusern und original erhaltene Böden mit Mosaikfliesen. Wir wünschen alles Beteiligten viel Kraft für ihr Engagement 2021!

 

 

 

 

 

Heimgartenstraße

Für den Bereich Eigenes Heim gilt seit 2020 endlich die lange geforderte Gestaltungssatzung. Das unter Denkmalschutz stehende Ensemble besteht aus zwei historischen Teilen, der ältere an der Vacher und Heimgartenstraße und der jüngere, folgende mit der Damaschke- und Weinbergstraße. Begonnen hat diese „Gartenstadt“-Siedlungstätigkeit mit der Gründung einer Baugenossenschaft Eigenes Heim am 22. Oktober 1909, die sich den Bau, den Erwerb und die Betreuung von Kleinwohnungen zur Aufgabe stellte.

Architektonische „Meisterleistungen“, wie auf dem linken Bild zu sehen, werden wohl in Zukunft nicht mehr genehmigt.

Vielmehr gilt es, solche Juwele wie das so genannte „Vitzethum-Haus“ (rechtes Bild, Heimgartenstraße Nr. 4) zu erhalten und fachgerecht zu sanieren. Dabei müssen die Interessen von Denkmalschutz und Bauherren gerecht abgewogen werden. Das wird nicht immer einfach sein.

 

 

 

 

 

 

Gaststätte Zum Tannenbaum

Das Gasthaus „Zum Tannenbaum“ (vormals: Engelhardt) ist eine Fürther Traditionsgaststätte, die ihren Namen mindestens schon seit 1869 trägt. Sie befindet sich in der Helmstraße 10. Die erfreuliche Nachricht 2020: Das gesamte Objekt, das um das Jahr 1700 gebaut wurde, wird denkmalgerecht saniert. Das Foto zeigt einen Blick in den Innenhof bei einer ersten Begehung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. In diesem Hof befindet sich übrigens auch der Brunnen mit dem kleinen Affen aus unserem Kalender „Versteckte Kunst in Fürth 2021“.

 

Hornschuchcampus Jakobinenstraße

Gespannt darf man sein, wie sich der so genannte „Hornschuch-Campus“ entwickelt, der auf der Brache neben der Bahnlinie an der Stadtgrenze zu Nürnberg entwickelt. Allein das Parkhaus zeigt schon bereits die Dimensionen. Es ist Fürths größte Innenstadtbaustelle. Entstehen soll ein Mix aus Gewerbe, Forschung und Wohnungen, auch für Studenten. Auch einen Radweg nach Nürnberg soll es geben. Der Baukunstbeirat hat sich kritisch zu den Planungen geäußert.

 

 

 

 

 

Zu hoffen ist, dass dadurch nicht die Sicherung, Sanierung und Restaurierung des Lokschuppens gefährdet ist. Dieses in Deutschland noch als einziges Industriedenkmal dieser Art vorhandene Bauwerk fristet ein bedauernswertes Dasein. Alle für das Vorhaben Zuständigen sind aufgerufen, endlich schnell für den Erhalt zu sorgen!

 

Ingolstadt

Netzwerkarbeit und der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist auch für uns Stadtheimatpfleger sehr wichtig. Deshalb hat Lothar Berthold am Arbeitstreffen der Bayerischen Heimatpfleger am 29. Februar 2020 in Ingolstadt teilgenommen. Das Grußwort hielt der Vorsitzende und Landtagspräsident a.D. Johann Böhm.

 

Karolinenstraße

Auch die Herausgabe von Publikationen, Schriften und Artikel gehört zu den Aufgaben der Stadtheimatpfleger. So machte es Karin Jungkunz große Freude, sich an der Herausgabe des Buches „Fürther Geheimnisse“ beratend zu beteiligen. Einen eigenen Beitrag lieferte sie darin mit ihrem „Geheimnis“, den Löchern in den Steinen östlich der Jakobinen-Unterführung an der Karolinenstraße in der Böschung zu den Bahngleisen.

 

Königstraße 102

„Dreigeschossiger, schlichter Putzbau mit Walmdach,1739, Erdgeschossumbauten 1857 und 1909“, so steht das Objekt im Verzeichnis der Fürther Denkmäler. Welches Innenleben es birgt, konnte Lothar Berthold bei einer Begehung mit den Denkmalbehörden festhalten. Spannend: der schräg gemauerte Kamin und das Holzgerippe im Dachboden.

 

Königstraße 5

Dieser Schandfleck an der Rednitz, gegenüber dem Schlachthof, am Tor zur Altstadt, beschäftigt die Behörden und auch die Stadtheimatpfleger seit vielen Jahren. Die Rückgebäude der ehemaligen Gaststätte „Zum Lindwurm“, aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, befinden sich im fortschreitenden Verfall, der unbedingt zu stoppen ist. Waren die Gebäude 1990 noch in einer relativ guten Verfassung, konnte man die nach der Entmietung entstanden Schäden 2015 schon deutlich wahrnehmen. Das Foto aus dem Jahr 2020 zeigt einen erbarmungswürdigen Zustand. Mittlerweile hat die Stadt gehandelt und den Besitzer erneut in die Pflicht genommen. Es ist zu hoffen, dass bald etwas passiert!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kronacher Bunker

Der Kronacher Bunker ist ein massiver Stahlbeton-Hochbunker aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Er steht an der Kronacher Straße, im Einmündungsbereich des Laubenwegs, und hätte 901 Personen Schutz bieten sollen.

Der Bunker wurde von der Stadt Fürth Anfang Dezember 2019 an die Sportfreunde Ronhof verpachtet. Die Sportfreunde werden künftig das Gebäude als Fanquartier mit Kneipen- und Lagerräumen nutzen. Hierzu werden in den Obergeschossen erneut Fenster aus den 2 Meter dicken Außenmauern herausgeschnitten, sodass wieder eine aktive Belüftung der Räumlichkeiten möglich sein wird. Die beiden Fotos von Lothar Berthold beweisen, dass der Bunker bereits 1950, als er zu Wohnzwecken genutzt wurde, Fenster hatte. Das zweite Bild zeigt den heutigen Zustand.

 

 

 

 

 

 

 

Lindenstraße 33

Eine Aufgabe der Stadtheimatpflege ist es, auf Spurensuche zu gehen. Auch vom Stadtarchiv kommen immer wieder Fragen zu historischen Aufnahmen, die nicht eingeordnet werden können. Das Foto zeigt die so genannte „Soldan-Villa“ in der Lindenstraße. Sie wurde bereits 1984 abgerissen. Seit geraumer Zeit fordern wir eine Begehung der Westvorstadt mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, um den Trend, aus den wunderbaren Villengrundstücken kleine Parzellen für eine enge Bebauung zu machen, einen Riegel vorzuschieben. Die Villenkolonie muss in ihrer Einzigartigkeit erhalten bleiben.

 

Ludwigstraße 24

„Karls Geburtshaus“: Das schwärzeste Kapitel in der Jahreschronik 2020 der Stadtheimatpflege.

Das Gebäude Ludwigstraße 24 war nach der sogenannten Pechhüttn in der Schwabacher Straße 53 eines der ersten Häuser der Südstadt. Erbaut wurde es 1887 nach den Plänen des Architekten Leonhard Cran. Das klassizistische Sandsteingebäude hatte drei Etagen, ein schiefergedecktes Dach, einen Treppengiebel und ein Zwerchhaus. Es wirkte aus heutiger Sicht zwischen der fünf- bis sechsstöckigen Blockbebauung von Mietshäusern wie ein Fremdkörper. Das Haus war noch bis 2017 bewohnt und stand nach dem Tod der letzten Bewohner leer. Die Erben entschieden sich 2019 für den Verkauf des Grundstückes samt Gebäude an einen Nürnberger Bauträger, der 2020 einen Bauantrag für den Bau von 15 Eigentumswohnungen auf dem Grundstück gestellt hat.

Um die entsprechende Anzahl von PKW-Stellplätzen vorweisen zu können, war aus Sicht des Bauträgers der Abriss des Gebäudes unumgänglich. Eine Prüfung des Gebäudes auf dessen Denkmalschutzeigenschaft, angeregt durch die Stadtheimatpflege, wurde vom Landesamt für Denkmalpflege mit dem Hinweis auf die Veränderung der ursprünglichen Bausubstanz (u. a. Einbau von Bädern im Jahr 1967) abgelehnt. Einmal mehr drängt sich bei dieser nicht nachvollziehbaren Entscheidung der Eindruck auf, das Landesamt sei keine Behörde für Denkmalpflege, sondern gegen

Den Namen „Karls Geburtshaus“ erhielt das Gebäude erst 2020 im Rahmen der Diskussion um den Abriss. Der stellv. Stadtheimatpfleger Lothar Berthold stellte ein historisches Foto zur Verfügung, auf dessen Rückseite in Handschrift folgender Hinweis vermerkt war: „Karls Geburtshaus“.

Das Bild bekam er vor einigen Jahren von „Karls“ Enkel mit dem Hinweis, dass es sich bei der gesuchten Person um Karl Trost handelt. Karl Trost war Straßenbahnfahrer, der nachweislich noch 1931 in der Ludwigstraße 24 gewohnt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ludwigstraße / Ecke Herrnstraße

Dieses gelungene Beispiel einer Baulückenschließung zeigt, dass gute Architektur und die damit verbundene vielfältige Nutzung durch Wohnungen, Gewerbe, Lebensmittelhandel und einer Kindertagesstätte eine weitere Aufwertung der Fürther Südstadt sein kann. Die Stadtheimatpflege wünscht sich weitere solche Projekte für eine phantasievolle Schließung der noch vielfältig vorhandenen Baulücken jenseits der Bahnlinie.

 

Moststraße

Auch hier ein positives Beispiel für einen lobenswerten Umgang mit der Historie. Hier hat der Bauherr beschlossen, die frühere Einfriedung des Grundstücks aufzugreifen und die Mauer zu rekonstruieren. Das hat ein Lob verdient!

 

Hornschuchpromenade – Nürnberger Straße

Hier ein Beispiel, wie wenig Bauträger die Vorgaben der Unteren Denkmalbehörde beachten: Da die beiden Neubauten unmittelbar an Denkmalfassaden anschließen, wurde verfügt, die Farbgestaltung der Fassaden den historischen Objekten anzugleichen. Es sollte ein Sandsteinton gewählt werden. Vermutlich aus Kostengründen hat man die Vorderseiten einfach weiß gestrichen. Eine unschöne Angelegenheit!

 

Schirmstraße

Auch wenn dieser Hof noch etwas unaufgeräumt daherkommt, muss man dessen Besitzer doch jetzt schon loben. Hier wird sorgfältig mit der vorhandenen historischen Bausubstanz umgegangen und sehr liebevoll restauriert. Ein sehr positives Beispiel!

 

Schwabacher Straße 1

Ab 1848 hatte Hajum Hirsch Ullstein, der Großhändler und Vater des Verlegers Leopold Ullstein, hier sein Papierlager.

1934 eröffnete Max Grundig in diesem Gebäude sein zweites Rundfunkgeschäft und begann den Aufstieg seiner Firma zum Weltunternehmen.

Leider haben sich die neuen Mieter des Erdgeschosses überhaupt nicht um die historische Bedeutung dieses Gebäudes gekümmert. Ohne die Baubehörde zu informieren, wurden die eigens für die Fassade gefertigten Glaskacheln abgeschlagen und die historische Vorderfront verändert. Im Inneren hat man die aus der Zeit des Art Deco noch vorhandenen Lampen entfernt und entsorgt. Ein Frevel sondersgleichen. Auch wenn in diesem Fall ein Ordnungsgeld verhängt wurde, hat die Denkmalstadt Fürth wieder ein historisches Zeugnis weniger.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwabacher Straße 149

 Hier befand sich die Die Camera, ein Kino und später ein bekanntes Tanzlokal. Leider konnten wir Stadtheimatpfleger das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege nicht davon überzeugen, das Gebäude mit seiner ganz besonderen Fassade unter Schutz zu stellen. So wurde es 2018 abgerissen. Geblieben ist diese unschöne Baulücke, der Besitzer musste Konkurs anmelden. Über den Verbleib des historischen Schriftzuges an der Front, den die Stadt erwerben wollte, ist leider nichts bekannt. Man hat nun beschlossen, beim Konkursverwalter nachzufragen.

 

Schwabacher Straße 35

 Das Gebäude, mittlerweile eingerahmt von neuen Wohnhäusern, wurde 1831 als Gartenhaus mit Wirtschaftsgebäuden erbaut. Es war lange Zeit das einzige und damit erste Haus in der Fürther Südstadt. Der Name “Pechhüttn” kommt vermutlich von einer ehemaligen Pechfabrik, die auf dem Gelände neben dem mittlerweile restaurierten Gebäude stand. Zudem besaß der Besitzer die Lizenz zur Herstellung von Streichhölzern. Auch wenn die Pechhüttn mittlerweile etwas “eingequetscht” daherkommt, kann man froh sein, dass der Bauträger das unter Denkmalschutz stehende Gebäude gesichert und vorbildlich saniert hat. Auf Anregung der Heimatpfleger soll er deshalb für eine Denkmalauszeichnung durch die Stadt Fürth vorgesehen werden.

 

100 Jahre Bau- und Siedlungsgenossenschaft Volkswohl eG Fürth

Besonders gefreut haben wir uns, dass die Baugenossenschaft Volkswohl an uns die Bitte herangetragen hat, eine Festschrift zu deren 100-jährigem Jubiläum zu erstellen. Mit den Autoren Helga Zahlaus und Bernd Windsheimer gab es ein bewährtes Team, das auch schon am Südstadtbuch beteiligt war. Leider konnte man die Präsentation Pandemie-bedingt nicht so öffentlichkeitswirksam gestalten wie geplant. Die Publikation, die einen wichtigen Teil der Fürther Stadtgeschichte abdeckt, kann bei der Genossenschaft unter info@volkswohl-fuerth.de bestellt werden.

Stadtrat bestätigt Stadtheimatpfleger

Der neue Stadtrat hat in seiner ersten Sitzung einstimmig beschlossen, uns wieder als Stadtheimatpfleger zu bestellen. Darüber freuen wir uns sehr und danken herzlich.
In den vergangenen sechs Jahren haben wir versucht, unserem Ehrenamt gerecht zu werden und die Tradition dort zu bewahren, wo sie für die Denkmalstadt Fürth dringend geboten ist.
Aber die Unterstützung einer gesunden Stadtentwicklung gehört ebenso zu unseren Aufgaben und deshalb wollen wir auch dem Fortschritt nicht im Wege stehen.
Das ist nicht immer leicht, dazu braucht man ein gutes Netzwerk. Deshalb wünschen wir, dass alle Fürth-Freunde uns auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen. Unsere Arbeit soll und muss auch immer von einer kritischen Öffentlichkeit begleitet werden.

Mit heimatlichen Grüßen
Karin Jungkunz und Lothar Berthold