Kategorie-Archiv: Gastbeiträge

Stadtbezirke und ihre Benennung

Nach der Bayerischen Gemeindeordnung (Art. 69 Abs. 1 GO) ist es für die Großstädte eine Pflicht, ihr Gebiet  in Stadtteile einzuteilen. Dabei sind die geschichtlichen Zusammenhänge und Namen sowie die Besonderheiten der Bevölkerungs- und Wirtschaftsverhältnisse zu beachten.

Diese Pflichtaufgabe des eigenen Wirkungskreises liegt nicht im Belieben der Stadt. Aus Gründen der Rechtsklarheit und Eindeutigkeit empfiehlt es sich, die Stadtbezirksgrenzen sowohl verbal zu beschreiben, als auch auf Pläne – ggf. als Anlage zur Satzung aufzunehmen- zu verweisen (laut Kommentar Bauer/Böhle/Ecker zu den Bayerischen Kommunalgesetzen).

Diesen Vorgaben kommt die Stadt Fürth nicht nach. Sie hat 1996 im Stadtratsbeschluss vom 24.04.1996 zur Neugliederung des Stadtgebietes lediglich die drei Stadtbezirke  Nord-Ost, West und Süd festgelegt und kurz beschrieben. Im Plan des Statistischen Amtes sind innerhalb der drei Bezirke ohne eine Abgrenzung nur teilweise beschrieben. So z. B. im Stadtbezirk „Süd“ ab Altstadt und Innenstadt ist in östlicher Richtung nur vermerkt „Stadtpark/Stadtgrenze“. Die natürliche Abgrenzung zur „Südstadt“ durch die Bahnlinie fehlt im Plan. Außerdem fehlt bei „West“ der Stadtteil „Hard“. In der Beschreibung wurde unzutreffender Weise erläutert, dass oberhalb der Billinganlage und Scherbsgraben beginne gleich die „Hardhöhe“.

Dieser Stadtteil-Name ist nie amtlich beschlossen worden. Nach dem Votum der Bewohner „Flughafensiedlung“ für „Hardhöhe“ in einer Bürgerversammlung am 29.1.1965 hat der Stadtrat dies nur zur Kenntnis genommen und „als nichtamtliche Bezeichnung“ erklärt. Der damalige Rechts- und Ordnungsreferent Dr. Zottmann begründete dies als nicht nötig (lt. Zeitungsbericht).

Die Folge: In den amtlichen Bekanntmachungen über die Einladung zu den drei Bürgerversammlungen jährlich finden sich immer wieder Ungereimtheiten.  So wird „Hard“ weggelassen, der Stadtteil „Schwand“ ebenfalls. Die Zeitung zählt diesen Stadtteil gar zu „Eigenes Heim“. Da gibt es dann lustige Meldungen; z.B. dass es im Eigenen Heim gebrannt habe. Tatsächlich war es in der Straße Am Kellerberg, was am Beginn der Schwand, Nähe Nottelberg, liegt. Die beiden Kirchen am Beginn der Schwand werden in den kirchlichen Nachrichten auch zu „Eigenes Heim“ gezählt. Auch die Klinikumskapelle, obwohl ja das Klinikum auf der Mittleren Schwand errichtet wurde und das Wohngebiet der Baugenossenschaft Eigenes Heim erst dahinter liegt. In Bekanntmachungen der Stadt zu Abfuhren, z. B. ausgediente Weihnachtsbäume im Januar, wird immer wieder der Sammelplatz am „Eichenwäldchen“ an der Stiftungsstraße zur Hardhöhe gerechnet, obwohl das „Achalaswäldla“ schon immer auf der Hard liegt.

Im Vortrag bei der VHS/Vobü am 8. Mai über die Stadtteile ohne Namen bzw. die Verwirrungen sind vorstehende Problematiken aufgezeigt worden. Die Fürther Nachrichten kündigten den Vortrag am 4.5.17 am. In der Diskussion, unterstützt mit alten Plänen und Bildern, wurde durchaus gewürdigt, dass letztes Jahr das Stadtarchiv und das Stadtplanungsamt eine Neuordnung der Stadtteile und ihrer Namen konzipiert und publiziert haben. Auch die Zeitung hatte zu Vorschlägen aufgerufen.

Die Vorschläge zum Gebiet östlich der Innenstadt bis hin zur Stadtgrenze mit „Am Stadtpark“ zu benennen, wurde als weniger geeignet befunden. Stattdessen wurde „Innenstadt-Ost“ favorisiert, weil es dort mal den Bahnhof Fürth-Ost der Ludwigseisenbahn und der Straßenbahn gab. Die Gebiete entlang der früheren Bahntrasse zwischen Königswarter- und Hornschuchpromenade sowie südlich der Gebhardtstraße werden städtebaulich neu gestaltet. Ein offizieller Name für diesen Stadtteil wäre also hilfreich. Gleiches gilt für den Stadtteil entlang der Erlanger Straße nach der Ludwigsbrücke. Die Bezeichnung „Am Uhrenhäuschen“ im Kreuzungsbereich der Poppenreuther-/Erlanger Straße kommt nicht besonders an. Besser wäre es, an den historischen Namen für das dortige Gebiet „Am Prater“ anzuknüpfen. Nahe der Kreuzung Poppenreuther Straße/Erlanger Straße gibt es ja den Weg mit Schild „Am Prater“ und weiter oben gibt es das Restaurant „Am Prater.

Primär geht es darum, die Bemühungen von Stadtplanungsamt und Stadtarchiv fortzuführen und das Thema mal in einer Stadtratssitzung zu behandeln. Die Zuständigkeit des Stadtrats ist nämlich wie eingangs geschildert gegeben, endlich einmal für eine verbindliche Regelung im Sinne der Gemeindeordnung zu sorgen. Die Bekanntmachung im Internet vom 1. Juni 2016 ließ ja hoffnungsvoll werden, jetzt geht aber wieder nicht mehr voran und die Verwirrung dauert an.

Peter Frank, Berlinstraße 43, 90766 Fürth
Mai 2017

Das öffentliche Grün in Fürth – ein Beitrag von Peter Frank

 Vom Wirken der „Garteninspektion“ (1889), dem „Stadtgartenamt“(1930) und dem „Grünflächenamt“ (ab 1954). Was wurde von der Stadt gestaltet und hat sich wie verändert?

Grünanlagen werden zur Aufwertung der Lebens- und Wohnqualität des Stadtgebietes vorgehalten. Sie sollen wohnungsnahe Erholungs-, Spiel- und Freizeiträume bieten, das Ortsbild gestalten sowie den Naturhaushalt und das Stadtklima fördern.

(zitiert aus der Grünanlagen-Satzung der Stadt Fürth).

Obige Vorgabe für das städtische Wirken wurde näher untersucht und soll hier, illustriert mit einigen Bildern, für die weitere Diskussion aufgezeigt werden.

Teil I

Der erste städtische Gärtner wurde ab 1869 beschäftigt. Ein eigenes Amt als Garteninspektion schaffte die Stadt 1889. Aus dem Garteninspektor Alfred Babée wurde noch im Jahr 1923 vor seinem Ausscheiden (ehrenhalber) ein „Stadtgartendirektor“. Der Nachfolger Rupert Dietlmeier brachte es zum Amtmann; aus der Garteninspektion wurde ab 1930 das Stadtgartenamt. Dietlmeier wirkte bis 1942. Hans Schiller, der von 1947 bis 1967 erfolgreich tätig war, erhielt auch den Titel als Direktor. Die Amtsbezeichnung „Grünflächenamt“ gibt es seit 1954 unter dem Stadtbaurat Hirsch.

Die Stadt übertrug als erste Aufgabe, den Bahnhofplatz gärtnerisch anzulegen, dem ab 15. Oktober 1888 beschäftigten kgl. Obergärtner Alfred Babée (*1848 im Oberelsass,-†1936, Fürth) aus München. Er wurde dazu von der bayerischen Hofgartenverwaltung unter Oberinspektor Möhl freigestellt. Interessant dabei ist, dass Möhl bereits 1885 den Plan für eine kleine Anlage unterhalb des Bahndamms zur Siebenbogenbrücke erstellte. Dies geschah auf Anregung des Fürther Verschönerungsvereins. Dieser ließ 1886 den ersten Steg über die Rednitz („Fronmüllersteg“) von der Dambacher Straße hinüber zur Westvorstadt (Villenkolonie) errichten. Mit dem Verschönerungsverein arbeiteten Babée und sein Nachfolger Dietlmeier gut zusammen.

Als weitere Projekte standen für Babée an: die Umgestaltung des Lindenhains am Schießanger (1899), um dort eine Ausstellung des Gartenbauvereins abzuhalten, die Schaffung von Anlagen an der Hornschuchpromenade bis zur Zähstraße (ab 1890), die Erweiterung der Engelhardts-Anlage an den Uferböschungen der Pegnitz (1890). Daraus wurde 1911 der Stadtpark. Die Pläne waren stark beeinflusst von einem Gutachten des Stadtgartendirektors von Düsseldorf, Freiherrn von Engelhardt.

In der nach Westen und Süden expandierenden Stadt entstanden unter Babée weitere Anlagen: die Billinganlage (1903), die Anlagen am Kaiserplatz und hinter den Schulen Frauenstraße und Oberrealschule an der Kaiserstraße (s. Teil II).

Sein Nachfolger als Garteninspektor wurde Rupert Dietlmeier (1888-1942), geprüfter Gartenbautechniker. Einige Jahre hatte er bereits als Assistent von Babée gearbeitet. 1924 umfasste das Personal einschließlich Notstandsarbeiter 73 Personen. Als Betriebsleiter für die öffentlichen Anlagen und Alleen in der Stadt hatte er seine Dienstwohnung im „Stadtgärtner-Wohnhaus“ mit Adresse Stadtpark 6. Dietlmeier war auch geistiger Schöpfer des Kleeblattweges im Stadtwald: Durch die vom Fränkischen Albverein angegebene Markierung hat er die Schönheiten des Stadtwaldes der Allgemeinheit und allen wanderfrohen Freunden unserer engeren Heimat erschlossen.

Ab 15. September 1947 wirkte als neuer Leiter des Stadtgartenamtes Johann (Hans) Schiller (*31.10.1902 in Fürth, †5.11.1991, Fürth). Seine größte Herausforderung: Die Neugestaltung des Stadtparks ab Mitte 1950 für die Gartenschau „Grünen und Blühen“. Mit ihr feierte Fürth 11 Monate lang (vom 11. Mai bis 10. Oktober 1951) das Erreichen als Großstadt mit über 100.000 Einwohnern. Schiller bekam am 1. Juli 1951 den Titel „Stadtgartendirektor“ verliehen. In seiner Amtszeit bis 31. Oktober 1967, als er 65-jährig in den Ruhestand ging, engagierte er sich u. a. für folgende Projekte:

Durch die Stadtparkerweiterung bis zur begradigten Pegnitz vom Engelhardtsteg bis zum Karlsteg ab 1961 wuchs der Parks von 8 auf 16 ha Fläche. Über dem Fluss am Espan entstand 1956 die „Kleine Mainau“ mit dem Brunnenpavillon (1961). Das Areal des Sommerbades am Scherbsgraben wurde nach Plänen von Schiller ausgebaut.

Aber auch der städtische Friedhof an der Erlanger Straße wurde als Parkanlage aufgewertet. Ab 1952 gab es sogar einen eigenen Ausschuss für die Friedhofsgestaltung. Er befand auch über neu aufzustellende Grabmale. Die Gärtner, Gartenarbeiter und Grabmacher im Friedhof waren Beschäftigte des Grünflächenamtes, bis sie im Zuge einer neuen Geschäftsverteilung im Jahr 2000 vom Standesamt, Abteilung Bestattungswesen, übernommen wurden. Die Zusammenlegung diente der wirtschaftlichen Betriebsführung. Der Friedhof ist die größte „grüne Lunge“ der Stadt. Im gesamten Areal wurden neue Bestattungsformen eingeführt: Urnenfeld anonym, Urnen-Kolumbarium in der alten Leichenhalle, Urnenbiotope, Baumbestattungen.

Im Oktober 1967 beendete Schiller mit 65 Jahren seine Tätigkeit als Leiter des Stadtgartenamtes. Nach seinem 75. Geburtstag erhielt er 1978 die Goldene Bürgermedaille der Stadt Fürth. In der Würdigung seines 20-jährigen Wirkens hieß es: Er brachte „Grün“ in das „graue“ Fürth. In den Nachrufen zu seinem Tode 1991 konnte man lesen, er habe die „Stadt im Grünen“ aufgebaut. Besser noch kann die Bezeichnung „Die gründurchwirkte Stadt“ gefallen, mit der Schiller 1962 seinen Beitrag in der Sonderausgabe „Stadt Fürth“ der Zeitschrift Bayernland betitelte.

Schiller hat mit seinen Vorgängern auch wesentlich dazu beigetragen, dass Fürth die Stadt der Kleingärtner und Gartenfreunde wurde. 1962 kämpfte er zusammen mit den Naturschutz-Organisationen erfolgreich gegen die geplante Pegnitz- und Rednitztalstraßen. Die Verwirklichung des Schächterle-Plans konnte verhindert werden; die Talauen blieben vom Verkehr unangetastet. Nur die Nordspange wurde verwirklicht, nicht die Ost- und Westspangen.Englische Anlage, heutige Adenauer-Anlage, mit ehem. Musikpavillon (Heinrich-Lotter-Sammlung, Stadtarchiv HL 3614).

Mit der Benennung des Hauptweges im Stadtpark in „Hans-Schiller-Allee“ (2006) und Aufstellung einer Stele mit Büste im Rosengarten wurden Schillers Leistungen gewürdigt.

Teil II

Die Grünanlagen – in alphabetische Folge.

Anfänge 1867; Umgestaltung 1889 durch den beauftragten Hofgartenoberinspektor Möhl von München und später von Babée zusammen mit der Aufstellung des Centaurenbrunnens 1890. 1948/49 nach völliger Verwahrlosung im Krieg völlig erneuert. Gestaltung dreiteilig. Später mehrfach verändert durch Wendeschleife der Straßenbahn, Abbau der Gleise nach Einstellung des Straßenbau-Betriebs in Fürth und Veränderungen durch den „Busbahnhof“. Viele empfinden den Wochenmarkt rings um den Kunstbrunnen als deplatziert in dieser Form (siehe weiter Dr. Konrad-Adenauer-Anlage).

Mit der Begrünung der Stadt begann man 1819, als auf Anregung des ab 1818 amtierenden Ersten Bürgermeisters Bäumen viele Bäume an Straßen und Spazierwegen gepflanzt wurden. Insgesamt 1185 waren es, finanziert aus freiwilligen Spenden (lt. Bericht im Fürther Intelligenzblatt vom 12.6.1820). Die Pflanzungen wurden fortgesetzt an bisher „öden Plätzen“. Das war der Anfang der Stadtverschönerung. Englische Anlage, heutige Adenauer-Anlage, mit ehem. Musikpavillon (Heinrich-Lotter-Sammlung, Stadtarchiv HL 3614).1827 entstand die Englische Anlage, jetzt Dr.-Konrad-Adenauer-Anlage (s. dort). Zehn Jahre später legte man eine Grünanlage längs der Ludwigseisenbahn-Trasse an (s. Hornschuchpromenade).

Bahnhofanlage

Kunstbrunnen (Postkarte aus den 1960er Jahren).

Kunstbrunnen (Postkarte aus den 1960er Jahren).

Anfänge 1867; Umgestaltung 1889 durch den beauftragten Hofgartenoberinspektor Möhl von München und später von Babée zusammen mit der Aufstellung des Centaurenbrunnens 1890. 1948/49 nach völliger Verwahrlosung im Krieg völlig erneuert. Gestaltung dreiteilig. Später mehrfach verändert durch Wendeschleife der Straßenbahn, Abbau der Gleise nach Einstellung des Straßenbau-Betriebs in Fürth und Veränderungen durch den „Busbahnhof“. Viele empfinden den Wochenmarkt rings um den Kunstbrunnen als deplatziert in dieser Form (siehe weiter Dr. Konrad-Adenauer-Anlage).

Billinganlage (seit 1925 so benannt)Englische Anlage, heutige Adenauer-Anlage, mit ehem. Musikpavillon (Heinrich-Lotter-Sammlung, Stadtarchiv HL 3614).

Entstanden „kurz vor 1865“ an der Würzburger Straße; 1903 von Babée ausgestaltet. Ein Brunnen mit Laufwasser wurde aufgestellt (Ceresbrunnen). Später mehrfache Umgestaltungen für Straßenbahnschleife ab 1928 und dann als Bushalteplatz. Die jetzige Gestaltung stammt aus dem Jahr 2008: Sitztreppe um einen Brunnen mit Wasserspiel und (fast) lebensgroßen Figuren. Seit März 2008 ist ein Brunnen installiert. Die fülligen Figuren aus der Werkstatt des Chemnitzer Bildhauers Karl-Heinz Richter säumen den neuen Brunnen in einer halbrunden Sitzarena aus Beton. Mit einem kleinen Zierkirschenhain, Hecken und einer Reihe neuer Pyramideneichen hat die ehemalige Wendeschleife der Straßenbahn und dann Drehscheibe für Busse eine neue grüne Gestaltung bekommen. Die erhoffte Belebung des Platzes bzw. der Anlage durch mehr Besucher ist ausgeblieben.

Burgfarrnbacher Schlosspark

Schlosspark Burgfarrnbach, Blick auf das Schloss, Foto P. Frank.

Schlosspark Burgfarrnbach, Blick auf das Schloss, Foto P. Frank.

Die Stadt Fürth übernahm im Mai 1968 die gräflichen Waldungen und das Pückler und Limpurgsche Schloss samt Park und Grundbesitz. Der Schlosspark ist seit Oktober 1971 der Öffentlichkeit zugänglich. Von der ehemals barocken Gartenanlage beim alten Wasserschloss gibt es noch den Gartenpavillon („Schneiderhäuschen“) aus der Mitte oder zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dieser freistehende, achteckige, barocke Pavillon mit abgeschrägten Ecken und einem Mansarddach verleiht dem Park heute noch eine heitere Note. Nach dem klassizistischen Schlossbau (1830-1834) als Ersatz für das baufällige, 1832 abgetragene Wasserschloss , wurde auch der Schlosspark als Landschaftsgarten neu gestaltet. Die Wegeführung und die Baumgruppierungen wurde geändert; als Aussichtspavillon die „Karolinenruh“ ins Parkbild zwischen dem Farrnbach mit Ufermauern und dem südlichen Wäldchen am Hang eingepasst. Heute liegt oberhalb das AWO-Altenheim Fritz Rupprecht. Der Park ist dort an der Graf-Pückler-Limpurg-Straße mit einer Quadermauer begrenzt, deren Mauerpfeiler ebenfalls aus Sandstein sind. Unterhalb der Böschung zieht sich ein schattiger Weg vom Schloss bis zur früheren B 8 am Eisenbahn-Viadukt. Diese Böschung ist deckungsgleich mit der ehemaligen Topografie der langgestreckten, barocken Reitbahn der Grafen. Unterhalb der Ahornallee erstreckt sich die Parkwiese bis zum Farrnbach. Im westlichen Teil des Parks lädt ein Kinderspielplatz zum Austoben und Verweilen ein. Insgesamt bietet der Park eine gelungene Gestaltung, die anspricht. Die Baumpflegemaßnahmen sind vorbildlich.

Dr.-Konrad-Adenauer-Anlage

Englische Anlage, heutige Adenauer-Anlage, mit ehem. Musikpavillon (Heinrich-Lotter-Sammlung, Stadtarchiv HL 3614).

Englische Anlage, heutige Adenauer-Anlage, mit ehem. Musikpavillon (Heinrich-Lotter-Sammlung, Stadtarchiv HL 3614).

Adenaueranlage von oben

Blick auf die Adenauer-Anlage vom 4. OG der „Neuen Mitte“, Foto P. Frank.

 

 

 

 

 

 

 

Bis 1917 „Englische Anlage“, dann „Hindenburg-Anlage“ bis 1945, dann Freiheitsanlage; 1967 in die jetzige Bezeichnung umbenannt. 1827 entstanden nach englischer Gartenmode mit geschwungen Wegen und freiem Pflanzenwuchs. 1888 umgestaltet nach Plan des Hofgarteninspektors Möhl durch den von München abgeordneten Obergärtner Wieladt. 1902 Musikpavillon im Ostteil. 1911 Wetterhäuschen neu. 1926 an der Nordseite Milchhäuschen. Nach 1933 neuer Pavillon in der Mitte im Sinne der NS-Machthaber. Im Westteil ein Fontänenhof, im Ostteil ein Kinderspielplatz. Hoffentlich wird 2017 der Mittelteil für den geplanten Wochenmarkt zwischen Fürther Freiheit und Park in verträglicher Weise für den übrigen Park gestaltet.

Espan, Kuranlage „Klein Mainau“

1955 begonnen, fertiggestellt 1961/62. Erholungsanlage mit Staudenpflanzungen und Kurbrunnen sowie Unterstandshalle am Hang zur oben liegenden Dauerkleingarten-Anlage (‚Kolonie‘).

Flößaustraße

Hinter den Schulhäusern der Volksschule an der Frauenstraße (1904) und später der Oberrealschule, heutiges Hardenberg-Gymnasium an der Kaiserstraße (Dr.-Langhans-Anlage nach dem früheren Rektor).

1929 wurde die Spielplatzanlage vor der Volksschule von Dietlmeier völlig neu gestaltet. Nach dem Krieg Neugestaltungen: hinter der Frauenschule Spielplatz und hinter der OR 1953. Wurde aber nicht der Schule für Schulsport überlassen, sondern darauf verwiesen, zum Lohnert-Spielplatz zu gehen. Diese Haltung der Stadt wurde nach Bestehen des Südstadtparks aufgegeben und der Schule neben der Bebauung durch die zweite Turnhalle (an der Dr.-Beeg-Straße) die gesamte Anlage für Sport überlassen (eingezäuntes Areal)en und freiem Pflanzenwuch.

Friedenstraße

1919 vor dem Friedhof angelegt. Auf dem späteren Schuttplatz 1954/55 neu gestaltet. 1964 Spielplatz in der weitläufigen Grünanlage.

Hallplatz

Vmtl. 1875 oder 1876 angelegt. 1888 Kriegerdenkmal inmitten der Anlage errichtet. 1900 neu gestaltet, nachdem das Amtsgericht errichtet war. 1948/49 neu angelegt, wobei auch das Kriegerdenkmal ganz verschwand. Den Sockel entfernte das Grünflächenamt. Der alte Baumbestand ist ansprechend.

Ab 1975 plante man den Platz, der nur für Südstadtfeste genutzt wurde, zu einer Grünanlage umzugestalten. Ein vorhandener, tief liegender Notbrunnen musste erhalten bleiben. Die Grundplanung kam 1986 in den Stadtrat; 1988 wurde gepflanzt. Für den nordöstlichen Teil hieß es: Plastik oder Brunnen? 2003 reichte der am Hardenberg-Gymnasium tätige Kunsterzieher EL Vogel aus Schüler-Entwürfen aus 1998 ein; ein „Platz der Begegnung“ sollte entstehen. Ein Planungsbüro fertigte einen Plan, der den Bauausschuss ab 2003 beschäftigte. Zur Haushaltsmittel-Bereitstellung kam man 2005 mit nun 3 Entwurfs-Alternativen auf den Gedanken, das Projekt zum Stadtjubiläum 2007 zu verwirklichen (ebenfalls das Projekt der Billinganlagen-Umgestaltung). Die künstlerisch gestaltete Brunnenanlage mit Betonblockstufen, abgesenkt zur Wiese, wurde 2007 vorgestellt, im April 2008 fertig gestellt und am Ende Juni 2008 in Betrieb genommen. Gelungen sind die Querungen vom Platz für Fußgänger und Radfahrer über die Herrnstraße und die Adlerstraße. Ebenso werden die Ruhezonen mit Sitzbänken vor der Hainbuchenhecke als grüne Rückwand gerne benutzt. Zum bunten Kunstwerk, das an große Baukastenklötze erinnern aber kein Spielobjekt sein soll und dennoch einen „spielerischen Umgang im Bereich des Wasserlaufs ermögliche“ sowie dem Wasserlauf im Zickzack-Kurs bestehen geteilte Meinungen.

Herrnstraße und Damm zum Rednitzgrund

1956/57 südlich des Hochhauses. 1959/60 Spielplatz auf dem Damm. Der Abhang wird im Winter zum Rodeln gerne genutzt.

Hornschuchpromenade

1838 ursprünglich Anlage längs der Ludwigsbahn in Fortsetzung der Weinstraße; Promenade von der Luisenstraße bis zur Jakobinenstraße. 1890 umgestaltet und ab Bahnhofstraße angelegt nach Plänen von Babée. 1893 ausgedehnt bis zur Zähstraße. 1895 am südlichen Weg entlang der Bahntrasse zwischen Luisen- und Jakobinenstraße 70 Kugelulmen angepflanzt. 1906 Wittelsbacher Bank errichtet „als schöner Abschluss der Parterre angelegten Anlage“. Das Denkmal zeigte Doppelreliefs der vier bayerischen Könige. Enthüllung durch Prinz Ludwig 1906. Entfernt bei Anlegung eines Löschwasserbeckens für den Luftschutz im August-Oktober 1944. Die Wege wurden 1925/26 erneuert und mit der Bandeisen-Einfassung und Rinnenpflasterung versehen. Seit 1926 stehen anstelle der eingegangenen Kugelulmen Lindenbäume. 1949/50 neu gestaltet.

 Willy-Brand-Anlage/Grünanlage?, Blick zur Fürther Freiheit, zwischen Königswarterstraße und Rudolf-Breitscheid-Straße, Foto P. Frank.

Willy-Brand-Anlage/Grünanlage?, Blick zur Fürther Freiheit, zwischen Königswarterstraße und Rudolf-Breitscheid-Straße, Foto P. Frank.

Wie sich die heutige Anlage zwischen Rudolf-Breitscheid-Straße und Königswarterstraße ab Gabelsbergerstraße bis zur Luisenstraße, die Willy-Brand-Anlage, darstellt, ist keine Grünanlage mehr. Es sollte doch gelingen, eine Lösung zu finden, um Radfahrer und Fußgänger wieder auf die Straßen und Gehwege zu bringen. Die neu anzulegende Grünfläche könnte durch Barrieren gesichert werden.

 

 

 

Jubiläumsanlage

im Gleisdreieck zwischen Würzburger und Cadolzburger Bahnlinie unterhalb der Parkstraße. 1929 gestiftet vom Verschönerungsverein zum 50-jährigen Bestehen; dann von der Stadt übernommen. Durch einen neu angelegten Kinderspielplatz 2015 gibt es dort wieder eine gute Nutzung.

Kaiserplatz

1895 geschaffen; die Ahornbäume um die Anlage herum auf den Gehwegen schon 1893 gepflanzt. 1951 Anlage erneuert, 1953 durch größere Grünfläche ergänzt. Heute nur wenig ansehnlich.

Kavierlein

1954 als Anlage mit Spielplatz entstanden. Heute ist das Gelände dicht bebaut nach langer Auflassung der Anlagen.

Königswarterstraße

Beginn 1875 an der Trasse der Ludwigsbahn kurz vor dem Bahnhof. 1895 und 1906 umgestaltet. Im 2. Weltkrieg zerstört. 1951 als Parkplatz genutzt. Kleiner Teil wieder erstellt als Ruheanlage vor der AOK mit Sitzbänken.

Krankenhaus, Jakob-Henle-Straße

1930 nach Erbauung des Stadtkrankenhauses entstanden. Eine Postkarte vermittelt noch die dreifach gegliederte Grünanlage vor dem im Juli 1931 eröffneten Klinikbau.

Paulskirche

Platz um die Kirche 1901 mit Bäumen bepflanzt und 1908 Anlage erstellt. 1950 nach Verwahrlosung im Krieg neu gestaltet, ebenso 1966. Neugestaltung geplant und wünschenswert.

Prater

Prater-Anlage, heutiger Zustand, Foto P. Frank.

Prater-Anlage, heutiger Zustand, Foto P. Frank.

Bereits 1817 wurde der „Prater“ vom Strumpffabrikanten Johann Georg Ochs angelegt („Ochsengarten“). 1870 an die Brauerei Mailaender übergegangen, die 1882 Hallen und ein Musikpodium bauten. Ab Mai 1883 der Öffentlichkeit übergeben. Es fanden Feste und Feuerwerke statt; beim Fest der Freiwilligen Feuerwehr 1887 bengalische Beleuchtung und Feuerwerk auf der Insel im Weiher. Der „Elsa-Weiher“ wurde mit Kähnen befahren und diente im Winter als Eisfläche für Wintersport. Die Schützengesellschaft Diana betrieb dort ab 1863 eine Schießstätte. Die SPD hielt dort Maifeiern ab. 1935 hieß es in einem Zeitungsbericht: Die Romantik des Praterweihers verschwindet. Aus der Geschichte des ehemaligen Ochsengartens. Die Anlage sei in einem bußwürdigen Zustand und diene nur mehr einer großen Anzahl von Fröschen als Heim. In den Abendstunden könne ein Froschkonzert belauscht werden.1963 ff. wurde eine Wohnsiedlung ringsum errichtet. Anlage mit Spielplatz der Stadt ab1966/67. Nötig wäre zumindest eine Wege-Erneuerung rings um den Weiher.

Ronwaldanlagen

1934 als waldparkartiger Grüngürtel um die neue Siedlung geschaffen.

Scherzerplatz

1930 als Anlage im Gelände des „Eigenen Heims“ geschaffen.

Schießanger / Schießplatz / Lindenhain

 Mehrgenerationen-Anlage im Fluss-Dreieck Schießanger/Lindenhain, nahe dem Friedhofsteg/Pegnitz, Foto P. Frank.

Mehrgenerationen-Anlage im Fluss-Dreieck Schießanger/Lindenhain, nahe dem Friedhofsteg/Pegnitz, Foto P. Frank.

Älteste Fürther Anlage: 1720-22 Linden gepflanzt; 1820 ergänzt durch 33 Linden und 21 Pappeln. Als Volksfest- und Erholungsplatz genutzt. 1889 Schießplatz-Anlage erweitert nach Plan des ersten Stadtgarteninspektors Babée für eine Gartenbau-Ausstellung und neu gestaltet. 1901 Volksfestplatz und auf zusätzlicher Fläche ein Jugendspielplatz angelegt. 1905 Fußweg zum Friedhof durch den Lindenhain gelegt. 1966 Sportplatz des MTV mit Grundig-Turnhalle angelegt. 1967 entstand die Nordspange hinter der Pegnitzstraße. Die heutige Mehrfachnutzung für Erholung der Eltern/Erwachsenen und körperlicher Betätigung/Sport der Kinder/Jugend ist sehr ansprechend gestaltet.

 

Stadtpark

Siehe Ausführungen in Teil I. 1870/71 Anfänge als Engelhardts-Anlage, so benannt nach dem Stifter und Begründer Johann Wilhelm Engelhardt (1816-1878). 1910 wurde eine Bank aufgestellt mit einer Bronzetafel und Porträt von Engelhardt, durch die Pegnitz-Begradigung leider nicht erhalten geblieben. 1896 Teich mit Wasserfall angelegt. 1896/97 Restaurant, 1904 umgebaut, stand bis Abbruch 1938. 1910/11 wurde der seit 1894 aufgelassene Friedhof einbezogen. Der Klostergarten wurde unter OB Kutzer geschaffen und zwar nach Plänen des Gartendirektors Baron Walter von Engelhardt. Dieser war später Schillers Chef in Düsseldorf. 1920 und 1925/26 Schulgarten angelegt. 1951 gesamter Park für die Gartenschau von Schiller neu gestaltet. Nach der Pegnitzregulierung 1961 erweitert. Der Stadtpark ist ein Schmuckstück von Fürth, das auch die Nürnberger anzieht.

Stiftungsstraße (Eichenwäldchen)

Im April 1896 wurden 96 Eichen angepflanzt. Gedacht war an die Anlegung eines Volksfestplatzes. Ein Volksfest an drei Tagen fand schon 1895 statt, wobei ein historischer Festzug vom Bahnhofsplatz aus zur Vorderen Hard organisiert wurde und ein volkstümliches Turnen stattfand. Abends gab es ein Feuerwerk. Im August 1897 feierte man dort eine ganze Woche. Eröffnet mit einem Radfahrer-Corso und einem Erntefestwagen (nachempfunden dem von 1817) vergnügten sich die Fürther, bis die Schausteller wegen Regenwetters aufgaben bzw. zum Volksfestplatz nach Nürnberg weiterzogen. 1926 wurde für die Kinder in den angrenzenden Wohnanlagen an der Stiftungsstraße und Am Sonnenhof ein Spielplatz angelegt durch das Stadtgartenamt unter Dietlmeier. Die heutige Nutzung kann besser werden, wenn nach Beendigung der Gleisarbeiten am Bahndamm der dortige Bereich wieder gärtnerisch angelegt ist. Ein barrierefreier Zugang von der Stiftungsstraße ist wünschenswert.

Stresemannplatz

 Stresemannplatz mit Spielplatz: Beton-Elemente und Wasserlauf im Zick-Zick-Kurs; Foto P. Frank.

Stresemannplatz mit Spielplatz: Beton-Elemente und Wasserlauf im Zick-Zick-Kurs; Foto P. Frank.

Ab 1975 plante man den Platz, der nur für Südstadtfeste genutzt wurde, zu einer Grünanlage umzugestalten. Ein vorhandener, tief liegender Notbrunnen musste erhalten bleiben. Die Grundplanung kam 1986 in den Stadtrat; 1988 wurde gepflanzt. Für den nordöstlichen Teil hieß es: Plastik oder Brunnen? 2003 reichte der am Hardenberg-Gymnasium tätige Kunsterzieher EL Vogel aus Schüler-Entwürfen aus 1998 ein; ein „Platz der Begegnung“ sollte entstehen. Ein Planungsbüro fertigte einen Plan, der den Bauausschuss ab 2003 beschäftigte. Zur Haushaltsmittel-Bereitstellung kam man 2005 mit nun 3 Entwurfs-Alternativen auf den Gedanken, das Projekt zum Stadtjubiläum 2007 zu verwirklichen (ebenfalls das Projekt der Billinganlagen-Umgestaltung). Die künstlerisch gestaltete Brunnenanlage mit Betonblockstufen, abgesenkt zur Wiese, wurde 2007 vorgestellt, im April 2008 fertig gestellt und am Ende Juni 2008 in Betrieb genommen. Gelungen sind die Querungen vom Platz für Fußgänger und Radfahrer über die Herrnstraße und die Adlerstraße. Ebenso werden die Ruhezonen mit Sitzbänken vor der Hainbuchenhecke als grüne Rückwand gerne benutzt. Zum bunten Kunstwerk, das an große Baukastenklötze erinnern aber kein Spielobjekt sein soll und dennoch einen „spielerischen Umgang im Bereich des Wasserlaufs ermögliche“ sowie dem Wasserlauf im Zickzack-Kurs bestehen geteilte Meinungen.

Teil IISüdstadtpark

Südstadtpark mit Kinderspielplatz, Foto P. Frank

Südstadtpark mit Kinderspielplatz, Foto P. Frank

Eine neue Dimension und Herausforderung für die Stadtplaner war nach 1996 die Konversion des Gebiets der ehemaligen William O. Darby-Kaserne. Die Stadt lobte einen städtebaulichen Ideenwettbewerb aus. Die Gewinner des ersten Preises erarbeiteten einen Rahmenplan, der 1997 vom Stadtrat gebilligt wurde. Es ging um die Erhaltung der Baudenkmäler in dem Areal zwischen Waldstraße, Fronmüllerstraße bis hin zur Flößaustraße. Für die neuen Bewohner am Südstadtpark hinter dem ehemaligen Kasernen-Kopfbau (der längste Bau in Fürth!) soll die Erinnerung an das Frühere in ihrer Umgebung noch nachvollziehbar und gegenwärtig bleiben. Der ehemalige Charakter des Kasernengebietes mit historischen Bauten sollte noch erhalten bleiben, aber die Funktionen „Wohnen, Arbeiten, Erholen, Verkehr und Versorgung“ modernen Ansprüchen gerecht werden. Mit dem Südstadtpark als „grüne Lunge für die Südstadt“, ca. 90.000 Quadratmetern groß, streng geometrisch angelegt mit 30 Meter breiten Baumreihen, die den Park in großzügiger Form umrahmen und als Reminiszenz an die ehemalige militärische Nutzung des Geländes zu verstehen ist, werden vielfältige Erholungs- und Spielräume für Jung und Alt geschaffen. Sie sind Begegnungsstätten für die Neubürger, die Seniorenheim-Bewohner ringsum und die Jugend. Dazu tragen Grüne Halle, Musikschule und die neue Hochschule bei. Deren Erweiterung am Rande des Parks und nicht im Anschluss an den Bau inmitten des Parks zeigt, wie wichtig den Fürthern der Erhalt der oben genannten Funktionen ist.

Quellen/Literatur

Schwammberger: Fürth von A bis Z von 1968; Dietlmeier: Aus der Geschichte der Fürther Grünanlagen, in Fürther Heimatblätter 1938, S. 60-73.

Habel, Heinrich: Denkmäler in Bayern, Stadt Fürth, Bd. V.61, München 1994, S. 446.

Akten und Unterlagen im Grünflächenamt, bereitgestellt und freundliche Auskünfte durch Frau Sylvia Jahn.

Altakten in der Rathaus-Registratur, ausgewertet durch freundliche Unterstützung von Herrn Martin Schramm, Archivleiter, und Archivakten im Schloss Burgfarrnbach.

Parkpflegewerk Stadtpark Fürth; 2007 im Auftrag des Grünflächenamts Fürth von Frau Gudrun Maria Dietz-Hofmann erstellt (Landschaftsarchitektin und Kunsthistorikerin bei Firma hofmann & dietz, Architekten bdb. in Markt Irsee).

Parkpflegewerk Schlosspark Burgfarrnbach 2007, verfasst von Gudrun Maria Dietz-Hofmann, für das Grünflächenamt, im Stadtarchiv Fürth, Hs. 478.4 sowie Hs. 481.4; auch als CD-Rom unter AV 112 verfügbar. Publikationen der Stadt Fürth: a) Konversionsflächen in Fürth – Die Nutzung ehemaliger US-Militärflächen heute, Hrsg. Referat für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Liegenschaften, 2004; b) 10 Jahre Konversion, Der Fürther Weg – Die Entwicklung auf den ehemaligen Militärflächen im Stadtgebiet Fürth, Hrsg. Stadtplanungsamt der Stadt Fürth, 2005.

Rede von Robert Schopflocher anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an ihn

BUNDESVERDIENSTKREUZ

Sehr geehrter Herr Botschafter, meine Damen und Herren,

Dankbar nehme ich diese hohe Auszeichnung in Empfang, nicht zuletzt weil sie die Hoffung in mir wach ruft, dass ich nicht ganz umsonst auf dieser Welt wandelte, sondern meinen bescheidenen Beitrag geleistet habe, um diese ein klein wenig besser zu verstehen.

Ich empfinde mich als ein Glied der Generationenkette, die die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet. Gleichzeitig erfüllt mich das Bewusstsein, dass es nicht nur das von den Vorfahren übermittelte Erbe ist, sondern nicht weniger die Umwelt, die mich von Kindesbeinen an geprägt hat. Wie sollte es auch anders sein? Habe ich doch meine Urheimat, das fränkische Fürth, in der Tiefe meines Inneren trotz der noch immer unfassbaren Schrecknisse des 20. Jahrhunderts nie ganz verlassen. Und somit sehe ich mich nicht nur als einer der Zeitgenossen, die vom letzten Schimmer der kurzen Blütezeit profitierten, die das sich gegenseitig befruchtenden deutsch-jüdische Bürgertum ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gekennzeichnet hat, wenn freilich auch auf schwankendem Untergrund. Sondern ich bin auch einer der dankbaren Zeugen, die den guten Willen der unbelasteten Nachkriegsgenerationen und den Kniefall Willy Brandts erleben durften.

Dabei kann ich allerdings meinen seelischen Zwiespalt nicht verleugnen, den ich, der ich seit 1937 in Argentinien lebe, bereits vor Jahren in folgendem Gedicht zum Ausdruck brachte, das in meinem Lyrikband „Hintergedanken“ zu finden ist:

 

GESTÄNDNIS

Seit über sechzig Jahren

in Argentinien, aber

beim Worte ‘Baum’

fällt mir zunächst und noch immer

die Dorflinde Rannas ein,

in der Fränkischen Schweiz,

gelegentlich auch eine Eiche,

eine Kiefer oder ein Tannenbaum;

nie dagegen oder doch nur selten

ein Ombú der Pampa,

ein Paraíso in Entre Ríos

ein Ñandubay, Lapacho oder Algarrobo,

wie sich’s doch geziemen würde

schon aus Dankbarkeit

dem lebensrettenden Land gegenüber.

 

Aber ‘Frühling’ bedeutet mir noch immer

Mörikes blau flatterndes Band.

Schiller, Goethe und die Romantik,

Jugendstil, Bauhaus und Expressionismus,

prägten mir ihren Siegel auf,

nicht weniger wie der deutsche Wald,

der deutsche Professor

oder der jüdische Religionsunterricht –

wohlgemerkt: der der letzten Zwanziger-,

der ersten Dreissigerjahre.

Ja, selbst der fragwürdige Struwwelpeter

Karl May Hauff die Grimm’schen Märchen

oder Max und Moritz, diese beiden,

rumoren weiter in mir

und lassen sich nicht ausrotten.

 

Nun ja: Leider! Trotz alledem.

Oder etwa Gottseidank?

Und wo liegt es nun, mein Vaterland?

 

Wo aber liegt mein Vaterland? Elie Wiesel zitiert den Rabbi Nachman aus Brazlaw, einen Urenkel des Mystikers und Begründer des Chassidismus Baal Schem Tow: „An irgend einem Ort lebt ein Mensch der eine Frage aufwirft, auf die es keine Antwort gibt. Eine Generation später, an einem ganz anderen Ort, lebt ein Mensch der auch eine Frage stellt, auf die es ebenfalls keine Antwort gibt – und er weiss nicht, kann es gar nicht wissen -, dass seine Frage in Wirklichkeit eine Antwort auf die erstere darstellt.“

Gestatten Sie mir, dass ich diese Überlegung, der ich nichts hinzuzufügen habe, im Raum stehen lasse.

Und nehmen Sie, sehr verehrter Herr Botschafter, und durch Sie die von Ihnen vertretene Bundesrepublik Deutschland nochmals meinen tiefempfundenen Dank für diese unerwartete Auszeichnung entgegen, deren vielfache Bedeutung mir und meiner Familie voll bewusst ist.

 

Die Kriegerdenkmäler in Fürth

In der Rubrik „Gastbeiträge“ wollen wir Autoren zu Wort kommen lassen, die sich mit der Fürther Stadtgeschichte befassen und Interessantes beizutragen haben. Den Anfang macht Peter Frank, Schriftführer des Fürther Geschichtsvereins und bekannter Heimatforscher. Er hat sich – passend zum Gedenken an  „100 Jahre Erster Weltkrieg “ – mit der Darstellung der Fürther Kriegerdenkmäler befasst. Hier seine Gedanken dazu:

Mahnmale zum Frieden oder weiterhin viel Heldenpathos? Die Kriegerdenkmäler in Fürth

Am Volkstrauertag im November, dem alljährlichen Gedenktag für die Opfer der Weltkriege, werden in Fürth seit 1927 an sämtlichen, den Gefallenen zum ehrenden Gedenken errichteten Denkmälern Kränze mit Schleifen in den Stadtfarben niedergelegt. Der Vollzug wurde seinerzeit der städtischen Garteninspektion übertragen. Angeordnet wurde dies von OB Dr. Wild am 11.11.1927.[1] In den Ansprachen an den Gedenkstätten wird an die Opfer eines gewaltsamen Todes auf den Schlachtfeldern und in der Gewaltherrschaft gedacht.

Die Gedenkstätten können mahnen, aber sind manche Symbole und Inschriften noch zeitgemäß? Soll man das abtun mit dem damaligen „Zeitgeist“. Oder sollten wir uns fragen: Bedürfen die „Heldendenkmale“ einer Ergänzung als Appell zum Frieden?

Im Folgenden zunächst eine Beschreibung der in Fürth bestehenden und nicht mehr bestehenden Kriegerdenkmäler. Im Schlusswort dann ein Vorschlag, der an diejenigen geht, die für den Erhalt und die Pflege der Denkmäler Sorge tragen.

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