Jahresbericht 2025

Rechtzeitig zum Jubiläum 175 Jahre Fürther Rathaus wurde dazu unser Kalender 2025 „Fürther Kleeblätter“ fertig. Wir hoffen, dass wir mit dem Verkaufserlös wieder ein Kulturprojekt fördern können. Den Erlös aus dem letzten Kalender haben wir in ein Buchprojekt gesteckt, das viel Anklang gefunden hat: „Heinrich Lotters Fürth – Streifzüge durch eine Stadt von 1910 bis 1950“ Einen Teil des Verkaufsgewinns werden wir ebenfalls wieder spenden.

Das Jahr 2025 war für uns ein sehr ereignis- und arbeitsreiches Jahr. Es wird nicht langweilig!

Wir haben wieder nahezu alle Sitzungen von Baubeirat, Bauausschuss und Baukunstbeirat besucht und konnten unsere Vorstellungen und Anregungen gut einbringen.

Mehr denn je waren wir in aktuelle Baugenehmigungsverfahren eingebunden und haben über 200 Stellungnahmen zu Bauanträgen und Anfragen der unterschiedlichsten Art abgegeben. Dabei haben die Bitten um Beratung bei den denkmalpflegerischen Themen stark zugenommen.

Dazu kamen noch eine Vielzahl von Besprechungen und Besichtigungen vor Ort.

Zudem gab es wieder die regelmäßigen Gespräche und Ortstermine mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalbehörde. Auch an Treffen mit der Stadtbaurätin und dem Bereich Stadtplanung und Stadtentwicklung nahmen wir teil. So zum Beispiel mit einer Stellungnahme zur Neugestaltung des Königsplatzes.

Vorträge, Rundgänge und die Beantwortung von Bürgerfragen rundeten die Arbeit ab.

Nun möchten wir Ihnen wie immer einige Bilder aus unserer Arbeit 2025 zeigen:

Die Hirschmann-Villa

Ein Denkmal, das uns wohl noch einige Zeit beschäftigen wird. Der Denkmalschutz für das Gebäude wurde erweitert. Jetzt steht auch die Innenarchitektur aus der Bauhaus-Zeit in der Denkmalliste. Im Moment ist die Untere Denkmalbehörde dabei, eine Inventarisierung der Ausstattung vorzunehmen.

Zwei Details:

Selbst im Knabenzimmer und den Schlafbereichen gab es Waschgelegenheiten.

Besonders beeindruckend: Die vollständig mit Ausstattung erhaltene Poggenpohl-Reformküche aus den 30er Jahren.

Dort konnte das Personal auch einen Ruf aus dem ersten Stock entgegennehmen und das Essen nach oben liefern.

Amalienstraße 46

Dazu ein beeindruckendes Kontrastbild: Auch hier wurde gewaschen – allerdings in einem Waschhaus im Hof: Seit letztem Jahr steht es – so wie vorher schon das Vorderhaus – unter Denkmalschutz.

Maistraße 11a

So auch dieses „Waschhaus mit Aborte“ im Hof eines 1903 errichteten Wohnhauses.

Und hier noch ein weiteres, neues Denkmalschutzobjekt in der Südstadt:

Amalienstraße 77

Mietshaus … mit reich dekorierter Sandsteinfassade, Erker und Eisenbalkonbrüstung, letztes Geschoss im Mittelteil zurückgesetzt mit Terrasse mit Eisenbalkonbrüstung und Schweifgiebel, Jugendstil, von Bräutigam und Wiesner, 1907; Rückgebäude, ehem. Werkstattgebäude.

Kunst am Bau: Schwabacher Straße / Ecke Flößaustraße

Dieses Wandbild an der Schwabacher Straße, Ecke Flößaustraße ist Ihnen beim Vorbeifahren sicher schon aufgefallen. Kunst am Bau an einem Denkmalgebäude? Wir meinen, das geht, auch wenn man über die Motive unterschiedlicher Meinung sein kann. Oder?

Die Essigfabrik in der Erlanger Straße 83

Und wieder einmal die ehemalige Essigfabrik in der Erlanger Straße 83.

Wir waren im April mit dem Landesamt für Denkmalpflege vor Ort. Das Objekt hat wieder einen neuen Besitzer, der wohl etwas mehr denkmal-affin ist. Also – neue Runde, neues Glück! Hoffen wir, dass endlich Gutes dabei herauskommt!

Pavillon in der Friedenstraße

Seit etlichen Jahren widersetzt sich dieser Pavillon tapfer einem Einsturz. Schade, dass das Landesamt für Denkmalpflege eine unter-Schutz-Stellung abgelehnt hat. Und das ohne Ortsbesichtigung, nur weil angeblich nichts mehr von der Innenausstattung vorhanden ist. Da frage ich mich – was soll vorhanden sein in einem Raum, in dem Grabsteine und später Blumen ausgestellt wurden? Stuckdecken? Parkettböden? Jugendstil-Leuchten?

Das Häuschen ist an diese Stelle ortsbildprägend und muss gesichert und saniert werden! Ich hoffe, die Eigentümer halten sich an ihre Zusagen

Das Woolworth-Gebäude

Der fürtherisch „Wollwerd“ war eines der ersten Objekte, mit denen ich mich zu Beginn meiner Tätigkeit vor 12 Jahren auseinandersetzen durfte: Das Bayerische Fernsehen und etliche Medien waren vor Ort. An meiner Meinung zu solchen Gebäuden aus der Nachkriegszeit hat sich bis heute nichts geändert: Denkmalschutz hört im Mittelalter nicht auf. Jede Bauperiode hat ihre Besonderheiten, die für die Nachwelt erhalten bleiben müssen. Dazu gehört auch dieses Kaufhaus, das sich in Fürth doch auch großer Beliebtheit erfreut. Im vergangen Jahr haben etliche Ortstermine zur Restaurierung stattgefunden. Die Besitzer zeigen großes Engagement, unseren Woolworth wieder in neuem Glanz erscheinen zu lassen!

Der Lokschuppen

Auch eine „never ending story“, die uns vom Beginn unserer Ehrenamtstätigkeit bis heute beschäftigt. Das Foto zeigt, dass jetzt immerhin eine neue Dachfolie den Schuppen schützt. Die Schmiede daneben ist leider noch in einem recht traurigen Zustand. Aber wir geben die Hoffnung nicht aus, dass sich dieses in Deutschland einmalige Relikt auch einmal zu einem Schmuckstück wandelt.

Vacher Straße 57

Auch hier konnte man den Denkmalschutz ansetzen: Mit Unterstützung von OB Dr. Jung wurde das Haus Vacher Straße 57, die so genannte „Grüner Villa“ in die Denkmalliste aufgenommen. Leider nicht der großzügige Garten, da wurden zu viele Veränderungen vorgenommen.

Die Krautheimer Krippe in der Maistraße

Endlich wird auch die Krautheimer Krippe ihrem Denkmalstatus wieder gerecht. Dazu einen Glückwunsch an diestädtische Gebäudewirtschaft unter der Leitung von Frau Oettmeier. Sie haben für Ihre vorbildliche Arbeit den Denkmalpreis 2025 für die Fassadenrenovierung erhalten. Allerdings nur die Urkunde.

Die „Winkler-Villa“ in der Königstraße 139

Wie auch die Familie Kuhnle für die tolle Renovierung der „Winkler-Villa“ in der Königstraße 139.

Und die Familie Kimberger für die liebevolle Renovierung der Fassade ihrer Apotheke zur grünen Schlange in Burgfarrnbach.

Die Apotheke zur grünen Schlange in Burgfarrnbach

Die Wolfsgruber Mühle

Mit dieser Baustelle haben wir uns schon sehr oft auseinandergesetzt. Hoffnung, dass es weitergeht und gleichzeitig wieder Rückschläge halten sich die Waage.

Lindenstraße 51

Die Villa in der Lindenstraße entstand 1911/12 für einen Fürther Metallwarenfabrikanten. Sie ist ein typischer Vertreter des Landhausstils in der Westvorstadt. 2025 sind wir in Sachen Unter-Schutz-Stellung einen Schritt näher gekommen: Die Besitzer wollen nun nicht mehr nur den Garten, sondern auch das Gebäude geschützt wissen.

Das Lagerhaus in Burgfarrnbach

Sie konnten es in den Fürther Nachrichten lesen: Ein neues Denkmal für Fürth-Burgfarrnbach. Es ist das älteste, genossenschaftliche Lagerhaus Bayerns und das nahezu im Originalzustand.

Man darf gespannt sein, was sich daraus ergibt.

Mahnmal erster Weltkrieg, Ronhof

Per Zufall bin ich in einer Übersicht von Kriegerdenkmälern aus dem ersten Weltkrieg auf dieses Mahnmal gestoßen, das an die Gefallenen Fußballer der Spielvereinigung Fürth erinnert. Es hat die Form eines stilisierten Fußballs, mit Stützpfeilern und wurde 2006 von seinem ursprünglichen Platz im Stadion am Ronhof versetzt.

Wenn sich hoffentlich bald die jetzigen dunklen Wolken um unsere Spielvereinigung verzogen haben und der Verein sich auch finanziell wieder erholt hat, sollte diese Mahnung, dass es nie mehr Krieg egal wo geben darf, wieder zurück an seinen Ursprung und alle Betrachter zum Frieden aufrufen!

Das Stadttheater

Auch das Stadttheater wird langsam zur Baustelle. Bei einem Ortstermin wurden vom technischen Leiter die drängendsten Maßnahmen erläutert: Akkustik, Beleuchtung… nicht zu vergessen die „Fackel-Else“ über dem Eingang die dringend restauriert werden muss.

Eine neue Technik ist drigend nötig, um die Auslastung des Hauses mit Gastspielen, bisher nur 65 %, zu erweitern.

Das Batzenhäusla in der Ulmenstraße

Und wieder kann ich meinen Jahresbericht nicht beenden, ohne auf einen frevelhaften Abriss aufmerksam zu machen:

In einer Nacht- und Nebelaktion verschwand das so genannte „Batzenhäusla“ im Wiesengrund von der Bildfläche. Es war ein Wirtshaus am Pegnitzgrund in der Ulmenstraße 4. Seine Ursprünge gehen auf das Jahr 1565 zurück. Auch wenn man wegen umfangreicher Veränderungen im Lauf der Jahre die Denkmaleigenschaft verweigerte, war es doch ein ortsprägendes Gebäude in unserer Stadt. Ein Objekt muss nicht unter Denkmalschutz stehen, um es zu erhalten. Es gibt auch viele andere Gründe, der Abreißerei ein Ende zu machen, siehe Klimaschutz etc. Dieser Appell geht auch an unsere Stadtplanung: Bitte behalten Sie auch Restaurierungs- und Sanierungsmöglichkeiten von Gebäuden im Auge und beraten Sie entsprechend!

Der Felsenkeller

Zum Schluß Versöhnliches:

Am Ende des Jahres konnte ich mir wieder ein Bild von den Restaurierungsarbeiten am und im Felsenkeller machen. Wie Sie auch schon in der Zeitung gelesen haben, soll der Betrieb dieses beliebten Ausflugsziel im Frühjahr 2026 wieder beginnen.

Wir halten auf jeden Fall die Daumen!

125 Jahre St. Paul, Glanzlichter

Dank an meinen Stellvertreter Lothar Berthold für  seine Unterstützung, ich bewundere nach wie vor seine Fürther Ortskenntnisse und die vielen wunderbaren Fotografien, die er von Fürth besitzt.

Für unsere Arbeit haben wir  zudem viel Zuspruch und Unterstützung bekommen. Besonders von Stadtbaurätin Lippert und ihrer Mannschaft. Ein ausdrücklicher Dank geht an die Herren Schatz und Gburek von der Unteren Denkmalbehörde!

Allen, die heute so tapfer wieder unseren Vortrag verfolgt haben, wünsche ich  alles Gute für das noch junge Jahr 2026 und dazu einen Fürth-Spruch:

In Fürth bassd scho viel und was nonned bassd, des wird scho nu wern.

VIELEN DANK.