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Besuch der ehemaligen Humbserbrauerei an der Schwabacher Straße

Kurz bevor es mit dem Umbau durch die Firma MIP-Immobilien, Nürnberg, losgeht, konnte eine Vielzahl interessierter Bürgerinnen und Bürger noch einen letzten Blick hinter die historischen Kulissen der Humbserbrauerei werfen. Dabei sind interessante Bilder entstanden, die hier zu sehen sind:

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Wer mehr über die Geschichte der Brauerei wissen möchte, dem sei diese Seite empfohlen :

http://fuerthwiki.de/wiki/index.php?title=Brauerei_Joh._Humbser

Und hier noch eine alte Postkarte, die Peter Frank zur Verfügung gestellt hat:

Humbser-Brauerei, 1915

 

Zur Situation der Denkmalpflege in den Fürther Nachrichten vom 2. Juli 2015

Ringen um neue Baudenkmäler
Beamtensiedlung und Kriegerheimsiedlung sollen geschützt werden
VON VOLKER DITTMAR

Statt über die Verluste historischer Bausubstanz im Zuge lebhafter Neubautätigkeiten zu lamentieren, gehen Fürths Stadtheimatpfleger in die Offensive. Karin Jungkunz und ihr Stellvertreter Lothar Berthold wollen ganze Wohnquartiere unter Schutz stellen und so die Denkmal-Bilanz nachhaltig aufbessern.

FÜRTH — Es ist ein neuer Stil, der das Ringen um die Schmuckstücke der „Denkmalstadt“ prägt. „Wir diskutieren sehr viel intern mit Behörden, statt öffentlich Missstände anzuprangern“, beschreibt Berthold den Unterschied zum Einsatz von Amtsvorgänger Alexander Mayer. Und wie zur Bekräftigung fügt er hinzu: „Es ist kein neuer Skandal in Sicht.“
Das war nicht immer so. Hohe Wellen haben zuletzt der Abriss des 118 Jahre alten Humbser-Gärhauses für neue Wohnblocks und des historischen Park Hotel-Festsaals für die Neue Mitte geschlagen. Auch dass das Landesamt für Denkmalpflege vier für den Einkaufsschwerpunkt umgestaltete Altbauten in der Rudolf-Breitscheid-Straße die Denkmalwürdigkeit ebenso aberkannte, wie der in ein Wohnquartier verwandelten Central-Garage in der Mathildenstraße, trug nicht zur Befriedung bei.
Doch Jungkunz und Berthold richten den Blick nach vorn. Beim jüngsten Besuch des für Fürth zuständigen Landesamtsreferenten Uli Walter wurden neue Denkmalschutzprojekte in den Fokus gerückt. Am 14. Juli ist ein weiteres Treffen anberaumt, bei dem es um die Erweiterung der Denkmalliste geht. Neben der bereits von ihrem Amtsvorgänger Mayer auf den Weg gebrachten Aufnahme der knapp 100 Jahre alten Dambacher Beamtensiedlung denkt Karin Jungkunz insbesondere an die Kriegerheimsiedlung, die sich ans Kavierlein anschließt. Ein typisches Gartenstadt-Ensemble, wie das bereits denkmalgeschützte ältere Quartier Eigenes Heim.
Daneben will Jungkunz Löcher im Denkmalatlas der westlichen Innenstadt schließen. Rund ein Dutzend Altbauten im Bereich von Blumen- und Mathildenstraße hat sie im Blick, die aus unterschiedlichsten Gründen bislang noch nicht in die Denkmalliste aufgenommen worden sind. Von „Altlasten“ spricht die Stadtheimatpflegerin, die es zu analysieren gelte.

Historische Technik

Aber auch um den Schutz unscheinbarer Objekte wird gerungen. Dazu gehört das ehemalige Milchhäuschen in Ritzmannshof und der mit historischer Technik zur Bierkühlung ausgestattete Keller an den früheren Eisweihern am Burgfarrnbacher Moosweg. Er gehörte zum gräflichen Brauhaus Burgfarrnbach und harrt noch einer genauen Bestandsaufnahme.
Vorsichtig optimistisch ist Karin Jungkunz im Hinblick auf die überfällige Sanierung des historischen Gasthauses Goldner Schwan am Marktplatz. Hier deuten, wie berichtet, erste Aktivitäten auf einen Beginn der Arbeiten hin. Am Herzen liegen der Stadtheimatpflegerin daneben Details wie der historische Schriftzug der Eisenwarenhandlung Walter am Obstmarkt. Auch die Central-Garage soll ihren alten Schriftzug wieder erhalten – wenn auch nur als Rekonstruktion.
Gute Nerven brauchen Jungkunz und Berthold im Bemühen um den Schutz alter Bahngebäude. Der Zahn der Zeit, der mangels wirksamer Sicherungsmechanismen schon den historischen Lokschuppen hinter dem U-Bahnhof Stadtgrenze verfallen ließ, nagt auch an der denkmalgeschützten alten Wartehalle des Haltepunkts Alte Veste.
„Wir wissen nicht, was die Bahn damit vor hat“, sagt die Stadtheimatpflegerin. Sorgen bereitet ihr aber auch der Schutz der Vorhalle des Fürther Hauptbahnhofes. Die Bahn lehnt einen Erhalt beim Ausbau des unterirdischen Verteilergeschosses aus statischen Gründen ab. Die Kommune hält dagegen, indem sie ein eigenes Gutachten in Auftrag gab.
Immerhin der Schutz der Dambacher Beamtensiedlung ist nach Einschätzung von Jungkunz und Berthold in trockenen Tüchern. „Das Verwaltungsverfahren läuft“, berichtet Jungkunz. Und Berthold weiß, dass die Wohnungsbaugenossenschaft Fürth als Eigentümerin der 55 Altbauten auch ohne formelle Denkmalschutzauflagen alles unternimmt, um die Einzigartigkeit des 1922 bis 1926 entstandenen Ensembles zu bewahren.

Kunst im öffentlichen Raum – Bericht aus den Fürther Nachrichten vom 28. Mai 2015

Neuer Kopf für die geplagte Prinzessin Skulptur aus dem Stadtpark steht nach ihrer Restauration wieder auf ihrem alten Platz

Die Prinzessin ist zurück: Eine beschädigte Skulptur steht nach ihrer Restaurierung wieder im Stadtpark. FÜRTH — Eigentlich sollen die Märchenfiguren, die den Stadtpark-Spielplatz unterhalb der Freilichtbühne einrahmen, Kinder erfreuen. Was Karin Jungkunz jedoch bei einem Spaziergang im vergangenen Sommer erblickte, hätte besser ins Gruselkabinett gepasst: „Die Froschkönig-Prinzessin hatte keinen Kopf mehr, stattdessen ragte eine rostige Stehle aus ihrem Rumpf“, erinnert sich die Stadtheimatpflegerin. Unbekannte hatten die Skulptur enthauptet. Da Jungkunz Kunst im öffentlichen Raum besonders am Herzen liegt, schaltete sie das Grünflächenamt ein, das auch für die im Park stehenden Kunstwerke zuständig ist. So fiel die ramponierte Prinzessin schließlich in die Hände des Fürther Restaurators André Jeschar, der schon öfter für die Stadt im Einsatz war. Einige Wochen lang war die Skulptur, die einst die Fürther Bildhauerin Gudrun Kunstmann anlässlich der Gartenschau 1951 gefertigt hatte, in seiner Obhut. Vor besondere Herausforderungen stellte Jeschar das Material. „Der Ton, den Kunstmann verwendet hat, stammte wohl aus einer Ziegelei“, vermutet er. Es kostete ihn einige Zeit, bis er die Masse gefunden hatte, deren Farbton sich nach dem Brennen mit dem des Originals deckt. Den Kopf rekonstruierte er anhand von Fotografien. Dass die Prinzessin und ihr verzauberter Frosch nun wieder auf ihrem Podest am Rand des Spielplatzes zu bewundern sind, ist auch der Stadtheimatpflegerin zu verdanken. Sie hatte sich dagegen ausgesprochen, die restaurierte Figur an einem anderen, sicheren Ort aufzustellen. „Diese Kunst ist für den öffentlichen Raum gemacht worden, hier muss sie bleiben“, findet auch André Jeschar. Unterstützung kommt von Wolfram Hirt, Landschaftsarchitekt im Grünflächenamt: „Die Figur gehört zum Spielplatz.“ Sie ist im Stadtpark wieder in märchenhafter Gesellschaft: In unmittelbarer Nähe stehen noch weitere Figuren von Gudrun Kunstmann. Auch sie blieben nicht von Zerstörungen verschont: Den Gänsen der Gänsemagd fehlen Schnäbel und Flügel, um Schneewittchen versammeln sich nur noch sechs Zwerge, dort, wo einst Aschenbrödel stand, ist nur noch ein leeres Podest. Die Skulptur ist verschollen. Einzig die Bremer Stadtmusikanten sind heil geblieben. Sie wurden vor Jahren in Bronze gegossen, die recht widerstandsfähig ist. Weil für die Restaurierung der übrigen Figuren momentan kein Geld vorhanden ist, könnte sich Jungkunz Paten vorstellen, die die Kosten übernehmen. Sie möchte sich auch in Zukunft Kunst im öffentlichen Raum widmen, die teils in sehr schlechtem Zustand ist. Dabei denkt sie etwa an die Plastik „Bärengruppe“ auf der Schwand oder die abstrakte Drahtplastik in der Max-Planck-Straße. Aber auch um verschollene Werke will sie sich kümmern. Der Arbeitskreis „Kunst im öffentlichen Raum“ hat dazu eine umfangreiche Liste erstellt. Nun möchte sie herausfinden, ob die verschwundene Kunst vielleicht noch in Archiven schlummert. GWENDOLYN KUHN