Archiv der Kategorie: Aktuelles

Stadtrat bestätigt Stadtheimatpfleger

Der neue Stadtrat hat in seiner ersten Sitzung einstimmig beschlossen, uns wieder als Stadtheimatpfleger zu bestellen. Darüber freuen wir uns sehr und danken herzlich.
In den vergangenen sechs Jahren haben wir versucht, unserem Ehrenamt gerecht zu werden und die Tradition dort zu bewahren, wo sie für die Denkmalstadt Fürth dringend geboten ist.
Aber die Unterstützung einer gesunden Stadtentwicklung gehört ebenso zu unseren Aufgaben und deshalb wollen wir auch dem Fortschritt nicht im Wege stehen.
Das ist nicht immer leicht, dazu braucht man ein gutes Netzwerk. Deshalb wünschen wir, dass alle Fürth-Freunde uns auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen. Unsere Arbeit soll und muss auch immer von einer kritischen Öffentlichkeit begleitet werden.

Mit heimatlichen Grüßen
Karin Jungkunz und Lothar Berthold

Jahresbericht der Stadtheimatpflege 2019

Chronologischer Tätigkeitsbericht 2019 der Stadtheimatpflege Fürth
mit Schwerpunkt auf den Pflichtaufgaben:

Behördentage mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalbehörde
Besichtigungen möglicher Baudenkmäler mit dem Landesamt für Denkmalpflege
Beratungstätigkeit im Bauausschuss, Baubeirat und Baukunstbeirat
Teilnahme an Ehrungen und Architektenwettbewerben
Stellungnahmen zu städtischen Planungen

Montag 14.01.2019 Baubeirat

Ritter-von-Aldebertstraße: städtebaulich ansprechenderer Neubau geplant.

Der wertvolle Laubbaum in der Grundstücksmitte wird erhalten bleiben.

Montag 11.02.2019 Baubeirat

Kutzerstraße: Möglichkeiten zusätzlicher Bebauung wurden begutachtet.

Kapellenstraße: Anstelle des Gewerbebaus entseht eine Kindertagesstätte. Das Ziegeldach des dahinterstehenden Altbaus bleibt erhalten.

Montag 11.03.2019 Baubeirat

Kronach: geplante Verdichtung der Bebauung am Waldrand problematisch.

Kronach: Der Sündenfall aus den 1970er Jahren: zu nahes Gewerbegebiet.

Unterfürberg: Ebenfalls eine Bausünde vergangener Zeiten: ein beliebiger Neubau,
der überall stehen könnte, in einem historischen Dorfzentrum. Dem Neubau
fiel die Hälfte der Doppelscheune zum Opfer. Der Rest ist wohl nicht zu halten.

Dienstag 19.03.2019 Behördentag

Ludwigstraße: gut erhaltenes Baudenkmal. Nur die Einscheibenfenster stören.

Das Rückgebäude des gleichen Anwesens wird denkmalgerecht saniert.

Hausgang des Vordergebäudes: Bis auf die Briefkästen im Originalzustand.

Dienstag 16.04.2019 Behördentag

Angerstraße: Unter einer abgehängten Decke erhielt sich das unversehrte Original.

Die Wandbemalung überlebte die davorgeklebte Verschalung leider nicht.

Montag 27.05.2019 Baubeirat

Fuggerstraße: Geplanter Neubau zwischen dichtem Baumbestand.

Mauerstraße: Typisches 50er-Jahre-Einfamilienhaus muss höherer Bebauung weichen.

Die gegenüberliegenden Hochbauten werden als Begründung vorgebracht.

Königstraße 109: Vorbildliche Sanierung der Fledermausgauben auf dem Dach.

Königstraße 109: Erhaltenswerte Teile des Haustors blieben bei der Restaurierung erhalten.

Auch die historischen Decken in den Innenräumen wurden wiederhergestellt.

Dienstag 23.07.2019 Behördentag

Alexanderstraße: Solaranlage des evangelischen Gemeindehauses.

Die Solarzellen befinden sich in ungünstiger Lage auf dem Nebengebäude.

Besser wären Solarzellen auf dem Dach des Hauptgebäudes in Südlage.

Eingesparte Energiekosten ermöglichen denkmalgerechte Eingangssanierung.

Mittwoch 07.08.2019 Landesamt für Denkmalpflege

Ulmenstraße: Über 300 Jahre altes „Batzenhäusla“ vom Abriss bedroht.

Gustavstraße: „Gelber Löwe“ wird nicht als Baudenkmal ausgewiesen.

Unterfürberg: Originelle Eigenbau-Sternwarte, aber kein Baudenkmal.

Oberfürberg: Auch dieses Doppelhaus wird nicht als Baudenkmal ausgewiesen.

Unterfarrnbach: Eigenbau aus der Nachkriegszeit, ebenfalls kein Baudenkmal.

Freitag 30.08.2019 Gedenkstele für Emilie Lehmus

Friedhof: Nach Einweihung der Stele kam es zu Irritationen über die Figur.

Leider landen immer noch aufgegebene Grabsteine auf der Bauschuttdeponie.

Freitag 13.09.2019 Architektenwettbewerb Meckstraße

Einstimmig: Erster Preis für an die historische Umgebung angepassten Neubau.

Sonntag 27.10.2019 Stellungnahme zu Bauprojekt

Feldstraße: Neubau sehr nahe an eingetragenes Naturdenkmal (Hecke).

Dienstag 29.10.2019 Behördentag

Besichtigung des alten Feuerwehrgebäudes: stark sanierungsbedürftig.

In den Werkstätten stehen schon museumsreife Einrichtungen.

Nach Neunutzung des Feuerwehrgebäudes kann Helmplatz umgestaltet werden.

Ebenso kann der Platz vor der Feuerwehr neu gestaltet und begrünt werden.

Das historische Treppenhaus im Wohntrakt des Gebäudes bleibt erhalten.

Mittwoch 30.10.2019 Kalenderpräsentation

Königstraße: Vorstellung des Kalenders „Schieferfassaden“ der Stadtheimatpflege.

Dienstag 12.11.2019 Behördentag

Besichtigung der vorbildlichen Restaurierungsmaßnahmen am Hauotbahnhof.

Vom Baugerüst bietet sich ein besonderer Blick auf die Bahnsteige.

Donnerstag 14.11.2019 Südstadtrundgang

Karlstraße: „Schuhabkratzer“ – ein interssantes Detail an einem Baudenkmal.

Karolinenstraße: Nachverdichtung durch Neubauten auf einer Baulücke.

Freitag 22.11.2019 Mittelfränkische Heimatpflegetagung

Die mittelfränkischen Heimatpfleger/-innen trafen sich im Jüdischen Museum.

Ein sonst nicht zugänglicher Balkon bietet Blick auf eine neugestaltete Pflasterwüste.

Die Mikwe im Jüdischen Museum, Original-Bauteil als „Ausstellungsstück“.

Übergang vom Vorderhaus zur Laubhütte im Rückgebäude.

Modell des Synagogenplatzes, der in der Pogromnacht 1938 zerstört wurde.

Samstag 30.100.2019 Thema Solaranlagen

Solardach auf einer Scheune in Stadeln erzeugt umweltfreundliche Energie.

Das darunterliegende Originaldach wird durch die Solarzellen nicht zerstört.

Dienstag 10.12.2019 Behördentag

Frankenstraße: Ehmalige „Möbelfabrik Wilhelm Wenning“ wird Baudenkmal.

Zunächst wird das Rückgebäude denkmalgerecht saniert.

Nur der alte Kamin ist nicht zu retten.

Hirschenstraße: Frühklassizistische Erstbebauung im Hof wird saniert.

Viel geschafft, doch viel bleibt noch zu tun!
Auch 2020 sind wir für Euch da und setzen uns für eine lebenswerte Stadt Fürth ein.
Vielen Dank für Eure Unterstützung, bleibt gesund!
Eure Stadtheimatpfleger Karin Jungkunz und Lothar Berthold

Schillernd schön: Schiefer in Fürth

Liebe Fürth-Freunde!
Wussten Sie, dass Fürth die Großstadt in Bayern mit den meisten Verschieferungen von Fassaden und Dächern ist?
Diese Tatsache hat die Stadtheimatpflege zusammen mit dem Fotografen Gerd Axmann inspiriert, heuer einen Kalender 2020 herauszugeben, dessen Reinerlös einem Denkmalschutzprojekt zugute kommt.

FOTO: Hans-Joachim Winckler DATUM: 30.10.2019
MOTIV: Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz und Fotograf Gerd Axmann haben sich in einem Kalender mit dem Thema Schiefer in Fürth auseinandergesetzt – Vorstellung des Kalenders im Hof Königstraße 55/57

Vielleicht eine Anregung für ein Weihnachtsgeschenk?

Der Kalender ist zum Preis von 24,80 im Buchhandel erhältlich.
Er kann auch bei der Buchhandlung Jungkunz, Tel. 0911/740830, buchhandlung@jungkunz-fuerth.de
oder bei info@stadtheimatpflege-fuerth.de
bestellt werden.

Fürther Kunst: Majas Comeback am Kavierlein

Vor 25 Jahren ist die Fürther Künstlerin Gudrun Kunstmann gestorben. Anlässlich des Jahrestags hat die Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach eine Replik der Tonfigur „Frühlingsgöttin Maja“ am Kavierlein enthüllt.

Über 40 Jahre lang prägte die 1917 in Erlangen geborene Künstlerin das kulturelle Schaffen in der Region. Alleine in Fürth finden sich bis heute Dutzende ihrer Figuren – eine der bekanntesten dürfte wohl das Flusspferd Elsbeth in den Pegnitzauen sein. Weitgehend in Vergessenheit geraten war dagegen die drei Enten in einen Teich scheuchende Frühlingsgöttin Maja. Ende der sechziger Jahre wurde das Werk schwer beschädigt und verschwand dann gänzlich. Nun ist es als Replik in den öffentlichen Raum zurückgekehrt: in die Widderstraße, direkt hinter dem Restaurant Vapiano.

Nach alter Tradition steht ein Prozent der Baukosten als Beitrag für Kunst am Bau zur Verfügung, dem wollte auch die Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach gerecht werden. Für Restaurator und Künstler André Jeschar war es keine geringe Herausforderung. Schließlich standen für seine Replik lediglich Fotografien als Vorlage zur Verfügung.

Ein Denkmal anderer Art hat Ingrid Baier, Mitarbeiterin im Fürther Stadtarchiv, der Künstlerin gesetzt. Ihr Buch „Die Bildhauerin Gudrun Kunstmann und ihre Werke – eine Spurensuche in Fürth“ ist nach mehr als dreijähriger Recherche pünktlich zum 25. Todestag fertig geworden. Neugierig gemacht habe sie der stattliche Nachlass Kunstmanns, der sich im Stadtarchiv befindet. „Ich habe mich dann in ganz Fürth auf Spurensuche begeben, manchmal mit nicht mehr als einem vergrößerten Foto eines Kunstwerks“, berichtete Baier am Rande der Enthüllung der „neuen“ Maja.

„Die Bildhauerin Gudrun Kunstmann und ihre Werke – eine Spurensuche in Fürth“ mit zahlreichen Fotografien auf 133 Seiten ist im Stadtarchiv, im Stadtmuseum sowie in der Buchhandlung Edelmann erhältlich (16,80 Euro).

Jahresbericht der Stadtheimatpflege 2018

Lothar Berthold und ich blicken auf ein spannendes Jahr mit vielen Begegnungen, interessanten Projekten und Entscheidungen zurück.
Dabei waren die Besuche von Sitzungen des Baubeirates, des Bauausschusses und des Baukunstbeirats ebenso zu absolvieren wie die regelmäßigen Treffen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.
Besonders freut uns, dass nun auch ab und zu Sitzungen mit der Stadtbaurätin zu wichtigen Themen aus dem Bereich Denkmalschutz stattfinden. Wir würden uns wünschen, dass solche Besprechungen öfter abgehalten werden.

Weiter waren im Jahreslauf wieder Stellungnahmen zu Bauleitplanungen, Straßenbenennungen und Denkmalprämierungen abzugeben.
Zudem wurden etliche Vorträge zu stadtheimatpflegerischen Themen gehalten und auch Stadtspaziergänge durchgeführt.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die vielfältige Unterstützung, die wir für unsere Arbeit erhalten haben, und bitten, uns auch 2019 gewogen zu sein.

Hier eine Auswahl von Bildern, die die Vielfalt unserer Arbeit verdeutlichen sollen:

Schwabacher Straße 5
Die Gestaltung der Eingänge für die neue Flair Galerie hat uns zu Beginn des Jahres etliche Male beschäftigt. Auf dem Bild sieht man die Bebauung Schwabacher Straße als eine durchgehend gestaltete Häuserzeile. Diese Art, einem Straßenzug ein Gesicht zu geben, macht die Denkmalstadt Fürth zu etwas Besonderem. Solche geschlossenen Bebauungen kennzeichnen bis heute viele Straßenzüge in Fürth. Nun wird an der Schwabacher Straße 5 diese Geschlossenheit aufgelöst. Natürlich ist der Wunsch des Bauherrn verständlich, für sein Einkaufszentrum eine werbewirksame Eingangssituation zu schaffen. Es war aber auch genauso wichtig, hier eine architektonische Lösung zu finden, die den Ensembleschutz im Blick hält. Bleibt zu hoffen, dass dies gelingen wird.

Camera
Die Hausfront, die hier zu sehen ist, gibt es nicht mehr. Im Moment klafft an der Schwabacher Straße eine große Lücke. Nun gilt es, den Hausbesitzer davon zu überzeugen, dass der „Camera“-Schriftzug als letztes Relikt aus Fürths großer Kinozeit erhalten werden muss. Unser Vorschlag: Man könnte den Schriftzug im Innenraum des Kinos Uferpalast anbringen. Dort wäre er geschützt und würde auch inhaltlich wunderbar passen.

Tankstelle an der Waldstraße
Dieses Bild haben wir bereits vor einem Jahr gezeigt. Denkmalschutz endet nicht im Mittelalter oder in der Industrialisierung. Auch Objekte aus dem 20. Jahrhundert gehören geschützt. Wie diese einmalig erhaltene Tankstelle aus den 1950er Jahren. Leider hat der für eine Unter-Schutz-Stellung zuständige Mitarbeiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalschutz noch keine Zeit gefunden, sich diese Anlage anzusehen.

Beamtensiedlung 1
Erbaut in den 1920er Jahren wurde dieses wunderbare Beispiel einer geschlossenen Wohnbebauung 2016 unter Ensembleschutz gestellt. Seit dieser Zeit bemüht sich die Wohnungsbaugesellschaft Fürth-Oberasbach um den Erhalt und die Pflege dieser einmaligen Siedlung. Dafür ein großes Dankeschön!
Leider kommt es doch immer wieder zu „Neugestaltungen“ an den Gebäuden und Grundstücken, die deren Charakter stören. Ein Beispiel:

Beamtensiedlung 2
Jägerzäune – und dann auch noch farblich gestaltet – gehören nicht in das historische Erscheinungsbild. Ensembleschutz bedeutet, dass der Charakter dieser Siedlung erhalten werden soll. Wir würden uns wünschen, dass sich nicht nur Mieter und Besitzer, sondern auch die Denkmalbehörden mehr dafür einsetzen.
Eine Gestaltungssatzung könnte dazu beitragen.

Hornschuchpromenade und Königswarterstraße
Das Grün im linken Bildteil zeigt die Trasse der ehemaligen Ludwigseisenbahn, auf der 1835 die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth fuhr. Seit geraumer Zeit macht man sich Gedanken über eine Umgestaltung dieses historisch wichtigen Geländes. Bei einer Bürgerbeteiligung wurden dazu gute Ansätze gefunden. Leider ist dieser Prozess wieder etwas ins Stocken geraten und daher hat auch die Stadtheimatpflege einen Appell an die Stadtspitze unterzeichnet, der eine zukunftsweisende Stadtplanung für ein lebendiges Viertel fordert. Darin heißt es u.a.: „Die Umgestaltung ist die einmalige Chance, eine zukunftsweisende Lebensqualität modellhaft in der architektonischen Visitenkarte der Stadt umzusetzen.“

Flugplatz Atzenhof
Dieses Bild stammt von einer Ortsbegehung mit den Denkmalbehörden. Es soll zeigen, wie vielfältig Denkmalschutz sein kann. Die Garagen stammen aus der Zeit, als die US-Army das Gelände genutzt hat. Hier gilt es, eine gute Lösung für die neue Nutzung und den Erhalt der Gebäude zu finden.

Kunst 1 – Leyher Straße
Als dieses Kunstwerk an der Fassade eines Wohnblocks entstand, gab es noch die Vorschrift, bei solchen Bauten einen gewissen Geldbetrag auch für die Kunst im öffentlichen Raum einzusetzen. Und so sind in der 1950er Jahren viele Werke an Mietshäusern entstanden, die leider so nach und nach keine Beachtung mehr finden. Maßnahmen zur Wärmedämmung und Renovierungsarbeiten führen leider oft dazu, dass diese Kunstwerke verschwinden, zumal es keine Pflicht gibt, sie zu erhalten oder Neues zu schaffen. Dem entgegenzuwirken, ist eine unserer Zukunftsaufgaben.

Kunst 2 – Säule des Künstlers Karl Dörrfuß
Das Kriegsgefangenendenkmal ist eine 1952 geschaffene Sgraffito-Säule. Das Mahnmal für die seinerzeit noch in Kriegsgefangenschaft befindlichen und in Gefangenschaft gestorbenen Fürther Soldaten stand viele Jahre unter einem Bretterverschlag im Fürther Stadtpark und war eigentlich für den Pavillon in der Adenauer-Anlage gedacht. Und dort soll es nach seiner Restaurierung auch wieder hin.
Die Stadtheimatpflege dankt OB Dr. Jung und seinen Stadträtinnen und Stadträten ganz herzlich für den spontanen Beschluss, unserer Forderung nach diesem Standort einstimmig nachzukommen!

Kunst 3 – Stadtpark
Und wieder hat es die Aschenputtel-Figur am Spielplatz unterhalb der Freilichtbühne im Stadtpark getroffen. Vandalen haben sie im Oktober 2018 beschmiert und die Taube, die auf der Schulter saß, abgebrochen. Man steht mit großem Unverständnis davor. Und trotzdem appellieren wir, die von der Künstlerin Gudrun Kunstmann geschaffene Skulptur wieder in Stand zu setzen. Vielen Fürthern sind die Märchengestalten noch heute in Erinnerung. Und so soll es auch bleiben. Wir kämpfen weiter für deren Erhalt am bisherigen Standort. Kunst im öffentlichen Raum muss auch dort bleiben und darf aus Angst vor Zerstörung nicht weggesperrt werden!

Villen 1 – Forsthausstraße 40
Erbaut wurde diese Villa 1906 vom Fabrikanten Carl Brünn. Er besaß in der Badstraße eine Metallschlägerei und hat auch Christbaumschmuck hergestellt.
Der jetzige Besitzer weiß, welch ein Schmuckstück und die damit verbundene Verantwortung er für dieses Gebäude hat. Wir danken ihm sehr, dass er dies bei seinen Plänen berücksichtigt.

Villen 2 – Forsthausstraße 49
Auch an diesem denkmalgeschützten Gebäude hat 2018 eine Begehung mit dem Landesamt für Denkmalpflege stattgefunden. Hier befand sich übrigens eine Zeit lang die Wohnung von Ludwig Erhard. Auch dem jetzigen Besitzer gilt unser Dank für den sorgsamen Umgang mit dem Objekt.

Bei den Begehungen ist aufgefallen, dass nicht alle schützenswerten Gebäude in der Villenkolonie in der Denkmalliste stehen. Deshalb haben wir angeregt, die Westvorstand als Teil von Dambach in Gänze zu betrachten. Es fällt auf, dass die Siedlung ihren Charakter als Villen-Vorort langsam zu verlieren droht. Die Parkgrundstücke werden geteilt und mit einer neuen Bebauung, meist durch Eigentumswohnungen, versehen. Dem sollte man entgegenwirken.

Villen 3 – Villa Königstraße
Dieses Bild zeigt ein Zimmer aus der Villa des Kaufmanns Winkler in der Königstraße. Eine Zeit lang war das Gebäude auch Sitz der Verwaltung der Pfarrgemeinde Unsere Liebe Frau. Die hochherrschaftliche Ausstattung mit Stuck- und anderen Schmuckelementen ist nach wie vor vorhanden und muss unbedingt erhalten bleiben.
Seit 2005 ist die Villa im Besitz der Familie Kuhnle.

Positives – Malzböden
Zwar sieht das Sudhaus der ehemaligen Humbser-Brauerei nicht mehr ganz so aus wie auf diesem Bild, aber an der Schwabacher Straße ist mit den Malzböden ein Kleinod entstanden, das mittlerweile Besucher aus Nah und Fern anzieht. Es war auch aus Denkmalschutzsicht eine Freude, mit dem Investor zusammenzuarbeiten. Herzlichen Dank dafür!

Positives – Grüner Baum
Auch über dieses Projekt freut sich die Stadtheimatpflege sehr. Das Bild zeigt einen Blick in den großen Saal der Gaststätte Grüner Baum in der Gustavstraße. In der Zwischenzeit wurden viele historische Details, die unter Decken und Platten verschwunden waren, wieder freigelegt und schon bald können sich die Gäste auf den Besuch dieses Traditionslokals freuen. Dank an die Firma MIB unter der Leitung von Philipp Streng!

Positives – Bahnhof
Zähes und langes Verhandeln mit der Bahn scheint nun zu einem guten Ende zu führen: MIB hat die Immobilie erworben und wir sind schon gespannt, was daraus wird. Die Stadtheimatpflege wünscht sich eine öffentliche Nutzung, bei der auch Gaststätte und der Vorplatz mit einbezogen werden. Eine Neugestaltung dieses Bereiches samt Verkehrsberuhigung wäre ein großer Beitrag für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung.

Feuerwache
Die unter Denkmalschutz stehende Feuerwache am Helmplatz nach dem Auszug der Wehr wieder mit Leben zu füllen, ist sicher eine Mammutaufgabe, die viel Kreativität, Zeit und Kraft erfordert. Alle Wünsche und Vorstellungen unter einen Hut zu bringen, wird nicht einfach sein. Wichtig für die Stadtheimatpflege ist, dass man auch in Zukunft den ursprünglichen Charakter des Gebäudes erkennen kann. Kompromissen werden wir nicht entgegenstehen

Negatives – Goldener Schwan
Leider befindet sich das Hauszeichen der ehemaligen Gaststätte „Goldener Schwan“ noch immer nicht an seinem angestammten Platz. Alle Versuche, mit den Besitzern und den Experten zu einer Lösung zu kommen, sind bisher gescheitert. Der Schwan ist Teil des denkmalgeschützten Hauses. Erst, wenn er wieder an der Fassadenecke angebracht ist, können wir zufrieden sein. Bleibt zu hoffen, dass sich da 2019 mehr bewegt.

Kritisches – Dambacher Straße 51
Hier ein Relikt aus der großen Zeit der Humbser-Brauerei: das ehemalige Pförtnerhäuschen an der Dambacher Straße, das unter Denkmalschutz steht.

Daneben:

Kritisches – Bild 2
Neben dem historischen Gebäude, also in „Denkmalnähe“, befindet sich dieser Neubau. Machen Sie sich selber Ihre Meinung dazu…

Positives – Turnstraße 5
Auch wenn dieses Hinterhaus in der Turnstraße 5 noch recht renovierungsbedürftig aussieht, wurde es mittlerweile in die Denkmalliste aufgenommen. Ein großes Lob geht an den Besitzer, der bereit ist, das Gebäude wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Hier zeigt sich, dass Denkmalschutz auch „Lust“ sein kann und die Angst vor einer „Last“ oft unbegründet ist.

Positives – Simonstraße 34
Dieses aufwendig restaurierte Gebäude hat in der Zwischenzeit einen Denkmalpreis der Stadt Fürth erhalten. Stolz prägt es jetzt wieder die Ecke Simon-Fichtenstraße. Auch hier Lob und Dank dem Besitzer!

Zum Schluss
Einige Impressionen aus der Nacht der „Glanzlichter“ zum Jubiläum „200 Jahre eigenständig“. Auch so können denkmalgeschützte Fassaden erstrahlen!

Karin Jungkunz
Lothar Berthold
Im Januar 2019

Umstrittener Wandel in der Westvorstadt: Das Villenviertel verliert seinen Charakter

Liebe Fürth-Freunde,
Es wäre schöner gewesen, wenn der Autor dieses Artikels uns die gewünschte Zeit gelassen hätte, die Geschichte des zum Abriss stehenden Gebäudes zu erforschen. Auch der Name Humbser ist bei Gesprächen öfter gefallen. Wir werden weiter berichten.
Doch in der Hauptsache – und das hat die FN richtig erkannt – geht es uns darum zu mahnen, dass die Villenkolonie so langsam ihren ursprünglichen Charakter verliert und dass das Zusammenspiel von moderner und historischer Architektur nur funktionieren kann, wenn da ein guter Architekt am Werk ist und der Bauherr nicht nur die höchst mögliche Rendite im Sinn hat.

Hier der Link zum Artikel der FN vom 01. Februar:
http://www.nordbayern.de/verliert-furths-villenviertel-seinen-einzigartigen-charakter-1.8555639