Ornament-Comeback in der alten Humbser-Brauerei

„Ein Kleinod besonderer Art erlebt im alten Brauerei-Komplex an der Schwabacher Straße seine Wiedergeburt: Üppige historische Wandmalerei wurde bei der Renovierung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes neben dem Sudhaus mühsam freigelegt und sorgfältig restauriert.“

Zum Artikel der FN vom 23.03. geht es hier:

http://www.nordbayern.de/region/fuerth/ornament-comeback-in-der-alten-humbser-brauerei-1.5906674

Historische Wandmalerei im Jugendstil entdeckt

Die Stadtheimatpfleger freuen sich sehr, dass die Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach einmal mehr Sinn für Kleinode bewiesen hat. Mit der Wiederbelebung der Wandmalereien in einer ihrer Wohnungen am Espan hat Geschäftsführer Roland Breun erneut sein Herz für die Kunst am Bau gezeigt. Dafür gebührt im großer Dank.

Künstler restauriert Kleinod für Wohnungsgenossenschaft

Überraschender Fund in einer Genossenschaftswohnung in der Wiesenstraße. In einem denkmalgeschützten Wohnhaus aus dem Jahr 1920 in der historischen Kriegerheimsiedlung entdeckten Handwerker bei Renovierungsarbeiten unter mehreren Tapetenschichten hochwertige Malereien in Schablonentechnik. Malermeister Norbert Wittmann erkannte sofort den Wert des Kunstwerkes, stoppte die Abbrucharbeiten und meldete seine Entdeckung der Bauleitung. Der Restaurator und Künstler Béla Faragó wurde hinzugezogen und war begeistert: „Die Schablonenmalereien im Jugendstil der Jahre um 1900 sind noch gut erhalten, so dass eine Restaurierung möglich ist.“ Das Kunstwerk zeigt zwei Paare, die über eine Wiese laufen – passend zum Straßennamen und dem damaligen Wohnumfeld.

In den ursprünglichen kräftigen Farben ließ Faragó die Bordüre an allen vier Wänden neu erstrahlen. Hierzu wurden die noch vorhandenen Reste vollständig freigelegt, abgemalt und neue Schablonen hergestellt. Bei den Restaurationsarbeiten ging dem Künstler das Herz auf: “Kunstwerke im Wilhelm Busch-Stil sind in unserer Region sehr selten. Sie neu aufzumalen war eine große Freude“. Schablonenmalerei ist eine alte Technik, die es ermöglicht, ein Ornament durch exakte Wiederholung zu einem Muster zusammenzusetzen. In der Zeit des Jugendstils wurden Treppenhäuser und Wohnräume prächtig damit ausgeschmückt. Der renommierte, in Ungarn geborene Künstler ist derzeit auch in den Malzböden in der ehemaligen Brauerei Humbser und im Gasthaus Grüner Baum in der Gustavstraße tätig.

„Die Sandsteinhäuser in der Wiesenstraße sind die ersten Häuser der 1920 von Geschädigten des ersten Weltkrieges gegründeten Siedlungsgenossenschaft Kriegerheimstätte“, berichtet das geschäftsführende Vorstandsmitglied Roland Breun. „Eine vergleichbare Entdeckung gab es in unserem Bestand bisher nicht, um so wichtiger ist es, das Kleinod aus längst vergangener Zeit für nächste Generationen zu erhalten“.

Denkmalgeschütztes Sandsteinhaus Wiesenstraße 43 am Espan

Jugendstil-Bordüre nach der Restaurierung im Detail

 

 

 

 

 

 

Gesamteindruck nach der Restaurierung

Eine aufgekratzte Kunstadresse

Fürth erregt mit historischen Sgraffiti Aufsehen

Artikel der FN zu Fassadenverzierung und Kunst am Bau in Fürth:

http://www.nordbayern.de/region/fuerth/furth-erregt-mit-historischen-sgraffiti-aufsehen-1.5817597?searched=true

Gekratzte Idylle

Auch im Artikel des Magazins für Denkmalkultur in Deutschland „Monumente“ über Fassaden-Sgraffitis der 1950er und 60er Jahre findet Fürth Erwähnung:

http://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2017/1/Sgraffiti/sgraffiti-nachkriegsmoderne-fuenfziger-sechziger-jahre-fassaden.php#.WKgmr1XhCUl

Jahresbericht 2016 der Stadtheimatpfleger

Das vergangene Jahr hat uns Stadtheimatpflegern wieder interessante Begegnungen, spannende Themen und eine Vielzahl von Aufgaben samt deren Bewältigung gebracht. Einige Höhepunkte aus unserer Arbeit wollen wir mit diesen Bildern schildern.
 
Um den uns gestellten Aufgaben gerecht zu werden, treffen wir uns regelmäßig am Freitag um 13.00 Uhr im Cafe Samocca in der Rudolf-Breitscheid-Straße zum Austausch. Alle, die Interesse an unserer Arbeit oder Fragen zum Bereich Denkmalschutz und Stadtentwicklung haben, sind herzlich eingeladen, sich einfach mal dazuzugesellen.
Zu unseren Pflichten gehört die regelmäßige Teilnahme an der Behördenrunde mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Diesen Termin nimmt Lothar Berthold war. Er besucht auch die Sitzungen des Baubeirats, während Karin Jungkunz im Bau-Ausschuß und im Baukunstbeirat vertreten ist. Zudem nimmt sie an den Sitzungen zum Programm für das Stadterhebungs-Jubiläum 2018 teil und ist Mitglied in dem Gremium, das sich mit der Zukunft des Fürther Wochenmarktes befasst.
Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bilden die Stellungnahmen zu den unterschiedlichsten Maßnahmen im Bereich der Bauleitplanung, aber auch Vorträge und Stadtführungen.
Die Stadtheimatpfleger freuen sich sehr, dass der Kunsthistoriker Dr. Heinrich Habel mit dem Ehrenbrief der Stadt Fürth ausgezeichnet wurde. Wir gratulieren ihm ganz herzlich zu dieser Ehrung und wünschen ihm alles Gute, besonders Gesundheit. Wir hoffen, ihn 2017 einmal wieder in Fürth begrüßen zu können.
Mit dem Erhalt des historischen Lokschuppens von 1860 – dem vermutlich ältesten Lokschuppen seiner Art in Deutschland – konnte ein langes Kapitel Fürther Denkmalpflege geschlossen werden. Die Stadtheimatpfleger bedanken sich bei ihren Vorgängern für deren nachhaltigen Einsatz und bei Herrn Michael Peter, dem geschäftsführenden Gesellschafter der P+P-Gruppe für seine Zusage, den Lokschuppen zu restaurieren und einer neuen Nutzung zuzuführen. Wir werden dieses Vorhaben mit großem Interesse begleiten.
2016 gab es nicht nur Positives aus dem Bereich der Denkmalpflege zu berichten. Leider hat es das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege abgelehnt, die wunderbare und historisch bedeutsame Decke des Gasthauses „Zu den sieben Schwaben“ unter Schutz zu stellen. Trotz mehrfacher Intervention ist die Behörde bei ihrer Einschätzung geblieben, dass dieses Objekt nicht denkmalwürdig ist. Wir teilen diese Auffassung nicht.
Dieses Jugendstil-Dekor-Detail befindet sich in den früheren Verwaltungsräumen der Humbser-Brauerei, jetzt „Malzböden“ an der Schwabacher Straße. Die Firma MIP Immobilien-Verwaltungs GmbH & Co. KG, die u.a. durch die beiden Fürther Philipp Streng und Thomas Kammerbauer vertreten wird, hat hier Großartiges geleistet. Mit dem Künstler Bela Farago konnte ein erfahrener Restaurator gewonnen werden, der in liebevoller Kleinarbeit an der Wiederherstellung der noch zahlreich vorhandenen Wand- und Deckendekors arbeitet.

Das Schicksal dieser beiden denkmalgeschützten Gebäude wird die Stadtheimatpflege wohl die nächsten Jahre beschäftigen. Noch ist über die Zukunft des Schliemann-Gymnasium nicht endültig entschieden und auch die künftige Nutzung der Feuerwache steht noch nicht fest.
Aus Sorge um den Erhalt der historischen Bausubstanz haben wir den Fürther Stadtrat gebeten, über die Zukunft der beiden Denkmalobjekte erst zu entscheiden, wenn feststeht, dass ein Neubau des Gymnasiums tatsächlich im Wiesengrund errichtet werden kann.
Mit großer Freude durfte die Stadtheimatpflegerin für die Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach einen kleinen Kunstwettbewerb zur Gestaltung der Fassade Georgenstraße 36-40 am Espan durchführen. Der hier abgebildete Siegerentwurf stammt von der Künstlerin Sascha Banck, die ihr Atelier in der Karolinenstraße hat. Es zeigt einen stilisierten Wald mit Zugvögeln. Der Künstlerin geht es „bei dem Sinnbild der Zugvögel auch darum, das man durch die Migration zwei Heimaten hat. Und das betrifft nicht nur Ausländern, sondern auch Menschen, die durch eine innerdeutschen Migration zwei Heimaten haben, zwischen denen sie pendeln. Also Menschen, die z.B. wegen Job oder Studium in eine andere Stadt gehen und sich nach einigen Jahren eine neue Heimat aufgebaut haben. Spätestens wenn die ersten Kinder geboren werden, geht das ständige Hin und Her zu den Verwandten los und die Unterstützung im Alltag durch Familie wird auch schwierig.“ Die Umsetzung des Entwurfs startet im Frühjahr.
Hier sehen wir ein Selbstbildnis des in Fürth geborenen Künstlers Benno Berneis aus dem Jahr 1910. Über einen Zufall ist die Stadtheimatpflegerin auf dessen Werke in der Berlinischen Galerie gestoßen. Parallel dazu hat sich auch der Schüler Simon Rötsch mit dessen Biografie befasst. Seine Arbeit findet man auf unserer Seite. Ein großer Dank geht in diesem Zusammenhang an unseren Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung. Auf seine Anregung hin, wird die städtische Galerie im Jahr 2018 eine Ausstellung mit Werken von Benno Berneis organisieren.
Die Baumaßnahmen am historischen Gasthaus „Goldener Schwan“ erfüllen die Stadtheimatpfleger mit großer Freude. Endlich findet das so viele Jahre leer stehende Gebäude eine neue Nutzung. Schließlich handelt es sich bei diesem Bau aus dem Jahr 1681 um eines der ältesten und größten Gasthäuser von Fürth. Auch wenn es vielleicht keine Nutzung als Gasthaus mehr geben sollte, bedanken wir uns bei der Familie Lechner, dass sie dieses bedeutende Haus am Grünen Markt aus seinem Dornröschenschlaf erweckt hat.
Durch einen Zufall ist Lothar Berthold auf die Baumaßnahmen am ehemaligen Sonnenhof auf der Hard gestoßen. Auch wenn die aus den 20er Jahren stammenden Gebäude nicht unter Denkmalschutz stehen, ist es doch gelungen, so kleine Details wie diese Tafel zu retten und sie künftig an den Neubauten wieder anzubringen.
An diesem Projekt soll gezeigt werden, dass man die Bedürfnisse nach individuellen Wohnformen und die Belange des Denkmalschutzes durchaus in Einklang zu bringen ist. Auch wenn nicht die gesamte historische Bausubstanz des Architekten Fritz Walter aus dem Jahr 1898 erhalten werden kann, bleibt mit der alten Schmiede doch ein Zeugnis aus der Zeit der Industrialisierung bestehen.
Diese denkmalgeschütze Villa, erbaut 1884 im Stil der Neorenaissance sollte durch eine Bebauung des Parks verdeckt und der alte Baumbestand zum Teil gefällt werden. Durch eine gemeinsame Aktion von Nachbarn, Natur-Denkmalschützern und Südstädtern konnte im Stadtrat ein Umdenken erreicht werden. Wir wünschen uns, dass Villa und Park in ihrer bisherigen Form bestehen bleiben und man vielleicht eine neue Nutzung, die allen Südstädtern zugute kommt, gefunden wird.
Die Fürther Südstadt weist noch sehr viele Grundstücke auf, die wesentlich besser für eine Bebauung geeignet sind als ein Villengrundstück. Wir Stadtheimatpfleger fordern eine aktuelle Bestandserhebung dieser Liegenschaften. Sollte dies aus Personalmangel durch die Stadt nicht machbar sein, wird empfohlen, sich mit einem geeigneten Universitäts-Lehrstuhl zur Vergabe eines entsprechenden Magister-Themas in Verbindung zu setzen. Auch wenn durch eine solche neue Erhebung noch kein Bauzwang erreicht werden kann, sollte man doch alle Instrumente nutzen, um hier eine optimale Nutzung bestehender Baulücken zu erreichen.
Mit dieser Aufnahme der Fürther Südstadt möchten wir auf unser Buchprojekt „Auf in den Süden – Geschichte und Geschichten der Fürther Südstadt“ aufmerksam machen. Mit Beiträgen der unterschiedlichsten Autoren soll ein umfassender Südstadt-Band entstehen, der zeigt, wie sich dieser Stadtteil jenseits der Bahnlinie entwickelt hat und welche Freude es machen kann, dort zu leben. Als Erscheinungstermin ist der Oktober 2017 vorgesehen.
Das „Fabelhafte Fürth“ hat jetzt auch einen Autor der Süddeutschen Zeitung beeindruckt. Was wir schon lange wissen, ist jetzt bis nach München gedrungen: Wir können stolz sein auf unsere Denkmalstadt Fürth, die einen Vergleich mit anderen Orten nicht scheuen muss.

Die Stadtheimatpfleger wünschen sich, dass auch die Fürtherinnen und Fürther mit mehr Selbstbewusstsein auf ihre fabelhafte Stadt blicken!

Neue Biographie des Fürther Künstlers Benno Berneis

Der FürthWiki-Autor Simon Rötsch hat eine sehr interessante Biographie über den in Fürth geborenen und erst jüngst wieder entdeckten Künstler Benno Berneis (http://www.nordbayern.de/region/fuerth/berlin-entdeckt-einen-further-maler-neu-1.5427245?searched=true) verfasst. Seine Arbeit finden Sie unter der Rubrik „Gastbeiträge“.

„Wandel als Chance. Karin Jungkunz beleuchtet die Fürther Südstadt“

Artikel für die Fürther Nachrichten

Was fehlt in dieser Stadt? Was hat es einmal gegeben? Was gab es noch nie? Jedem Fürther werden auf solche Fragen ganz unterschiedliche Antworten einfallen. Die FN-Serie „Vermisst wird. . .“ bietet Raum für Wünsche und Beschwerden, Rückblicke und auch Anregungen. Diesmal äußert sich Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz.

FÜRTH — Weit holt die Südstädterin aus, um das zu fokussieren, was ihrem Stadtteil verloren gegangen ist. Karin Jungkunz verweist auf eine städtische Bedarfserhebung aus dem Jahr 1935: Als die bedeutende Fürther Südstadt-Spiegelfabrik Wiederer an der Leyher Straße Konkurs anmelden musste, stellte deren Kantinenpächter den Antrag, seinen Betrieb für die anderen in der Umgebung noch existierenden Firmen und ihre Arbeiter weiter betreiben zu dürfen. Eine Überprüfung der bereits vorhandenen Bewirtungsbetriebe ergab: Im Umkreis von 250 Metern gab es zwölf Gaststätten, fünf Bierwirtschaften und ein Milchhäuschen. Damit war der Antrag abgelehnt.
Und wie sieht es heute aus? Aus dem Milchhäuschen am Kaiserplatz ist eine Dönerbude geworden, von den Bierwirtschaften und Gasthäusern sind oft nur die Symbole an den Fassaden geblieben, wie der Brauerstern und der Bär an der Waldluststraße.
„Klar“, sagt Jungkunz, „als die großen Industriebetriebe, die über Jahrzehnte den Stadtteil südlich der Bahnlinie prägten, die Weltwirtschaftskrise meist nicht überlebten und Tausende von Arbeitern auf der Straße standen, waren auch deren ,Wohnzimmer‘ betroffen. Die an nahezu jeder Ecke beheimateten Wirtshäuser hatten ihre Gäste verloren. Das waren die unzähligen Schlafgänger, die dort ihren kleinen Feierabendvergnügen wie Karteln und Kegeln frönten oder einfach bei einem oder mehreren Gläsern Bier auf ihr frei werdendes Bett in einer der vielen, oft überbelegten Mietswohnungen warteten.“
Die Stadtheimatpflegerin denkt daran, wie das Viertel sich wandelte. Mit dem Verschwinden der Gaststätten haben sich nach und nach auch die vielen kleinen Läden von der Bildfläche verabschiedet, die nicht nur die Versorgung vor Ort garantierten, sondern auch Treffpunkt für Klatsch und Tratsch waren. Jungkunz: „Man sorgte sich um seine Nachbarn, wusste um deren Lebensumstände und schaffte so eine gemeinsame Identität unter den Südstädtern.“
Als Beispiel für ein solches Kommunikationszentrum nennt die Stadtheimatpflegerin den Metzger Hirschmann an der Ecke Amalien-/Schwabacher Straße: „Dort wurde ich schon bei meinem ersten Besuch mit meinem jetzigen Nachnamen begrüßt, obwohl ich gar noch nicht verheiratet war. Man wusste schon sehr genau, wer da gegenüber eingezogen ist. In der kleinen Vesperecke fanden sich täglich Menschen aus der Nachbarschaft ein und beobachten oft stundenlang das Kommen und Gehen der Kunden, versahen so manchen Einkauf  mit fachkundigen Kommentaren.“
Und dann war da noch der „Flachenecker“ schräg gegenüber. Jungkunz: „Noch heute läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an den ersten Biss ins frische Schwarzbrotknärzla mit Butter und Salz denke. Oder seine wunderbare Schokolade mit dem weißen Lamm! Ein Muss an jedem Osterfest. Auf der anderen Straßenseite gab es ein Café. Das Philodendron. Da gewährte man mir immer Asyl, wenn ich mich ausgesperrt hatte. Eine ,Sportsbar‘ ist dort eingezogen, die auch schon wieder untergegangen ist. Die Liste der Ladenlokale, die ich vermisse, lässt sich lang fortsetzen.“
Doch Wehmut ist für Karin Jungkunz nicht angebracht. „Unser Stadtteil wandelt sich“, lautet ihr Credo. Als wunderbares Beispiel nennt sie die ehemalige Humbser-Brauerei  an der Schwabacher Straße. Dort  ziehen neue Geschäfte in alte Gemäuer ein und zeigen, dass Denkmalschutz und Moderne sehr gut harmonieren können. „Und auch die vielen Menschen, die in die Südstadt ziehen, werden unserem Stadtteil ihren Stempel aufdrücken“, sagt die Stadtheimatpflegerin. Von  „Gentrifizierung“  sprechen die Soziologen. Eine Entwicklung, der „alte“ Südstädter manchmal mit Kritik begegnen. Eine Entwicklung aber auch, die für Karin Jungkunz viele Chancen birgt. Chancen, neue Formen des Zusammenlebens auszuprobieren. In neuen Lokalen und Läden, mit neuem Charme.

 

Neue Pläne für den sanierten „Goldenen Schwan“

„Überraschung in der Altstadt: Der Goldene Schwan, das zeichnet sich nach FN-Informationen ab, wird wohl doch keine Renaissance als Gaststätte erleben. Stattdessen könnte dort etwas ganz anderes einziehen – ein Physiotherapeut.“

Hier geht es zum Artikel der FN vom 27.12.16:

http://www.nordbayern.de/region/fuerth/furth-zieht-ein-physio-in-den-goldenen-schwan-1.5706728?searched=true

Ehrenbrief für Dr. Heinrich Habel

Die Stadtheimatpfleger freuen sich sehr, dass der Kunsthistoriker Dr. Heinrich Habel mit dem Ehrenbrief der Stadt Fürth ausgezeichnet wurde. Wir gratulieren ihm ganz herzlich zu dieser Ehrung und wünschen ihm alles Gute, besonders Gesundheit. Wir hoffen, ihn 2017 einmal wieder in Fürth begrüßen zu können.
 
Hier ein Auszug aus der Begründung für die Verleihung:
Die Begeisterung für das 19. Jahrhundert scheint Heinrich Habel in die Wiege gelegt worden zu sein. Geboren wurde er 1932 in einem im habsburgischen Ringstraßenstil errichteten historistischen Haus in Brünn, sein Abitur machte er 1950 am humanistischen Max-Gymnasium in München, in einem Schulgebäude aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Mit seiner bei Hans Sedlmayr eingereichten Promotion „Das Odeon in München und die Frühzeit des öffentlichen Konzertsaalbaus“ bearbeitete Habel – als einer der ersten seiner Zunft – ein Werk des bis dato nur wenig beachteten Klassizismus.
1964 in den Dienst des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege getreten, begann seine Tätigkeit mit der Erstellung der Kurzinventare der schwäbischen Landkreise Neu-Ulm, Illertissen, Krumbach und Mindelheim. Hierbei konnte Habel seine Kenntnisse über das 19. Jahrhundert praktisch anwenden, gerade die Bauten dieser Zeit wurden von Habel ausführlich gewürdigt und ihr Wert für die bayerische Kulturlandschaft entdeckt. Dadurch rückte erstmals eine Epoche in den Vordergrund, die bis dahin von der offiziellen Denkmalpflege kaum bis gar nicht beachtet worden war. Mit zwei weiteren Veröffentlichungen, beide Standardwerke ihres Metiers, verhalf Habel der Wertschätzung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zum endgültigen Durchbruch: 1974 erschien sein Werk „Münchner Fassaden: Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils“, 1985 das fast 700 Seiten starke Bayreuth-Opus „Festspielhaus und Wahnfried: geplante und ausgeführte Bauten Richard Wagners“.
Als mit der Einführung des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes 1973 eine Ersterfassung der bayerischen Denkmalliste notwendig geworden war, wurde der Historismus-Experte Habel mit der Erfassung der Großstadt Fürth betraut. Die Vorstellung seiner Person im Fürther Rathaus erfolgte am 29.10.1973, das Manuskript der Denkmalliste mit über 2.000 erhaltenswerten Gebäuden war bereits im September 1975 fertiggestellt. Das bis dato maßgebliche Kurzinventar der Stadt Fürth aus dem Jahr 1960, das 400 Adressen aufführt, war damit um ein vielfaches erweitert worden. Der weitaus größte Teil der von Habel neu aufgenommenen Baudenkmäler entstammte den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg. Erst durch Habels akribische Inventarisation, begleitet von unzähligen „Spaziergängen“ durch die Straßenzüge der Stadt, wurde der eigentliche, ungemein hohe Denkmalwert der Stadt Fürth erkannt: ein im 19. und frühen 20. Jahrhundert stetig gewachsener, von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs weitgehend verschont gebliebener Stadtorganismus, der an Einheitlichkeit und Geschlossenheit unter den deutschen Großstädten nahezu einmalig ist. Die ausführliche publizistische Würdigung dieser singulären Stadtgestalt blieb wiederum Heinrich Habel vorbehalten: Seine 1994 erschienene Topographie Stadt Fürth ist bis heute das einschlägige Standardwerk über die so reiche Denkmalstadt Fürth.
Karl Gattinger, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Leider ist die oben erwähnte Topographie – „Der Habel“ – mittlerweile vergriffen. Wir haben schon vor einiger Zeit das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege gebeten, uns die Konditionen für eine Neuauflage zu nennen. Die Antwort steht noch aus.

Alte Fürther Bausubstanz erfordert viel Zuwendung

Geplante Neugestaltungen in der Fürther Innenstadt stehen vor Herausforderungen, eröffnen aber auch neue Möglichkeiten.

„Die historische Bausubstanz der Stadt ist eine permanente Herausforderung für Hausbesitzer. Denn nur, wenn es gepflegt und immer wieder renoviert wird, kann das alte Gemäuer der „Denkmalstadt“ Ehre einlegen. Zwei Beispiele führen das vor Augen.“

Hier geht es zum Artikel der FN vom 05.12.2016:

http://www.nordbayern.de/region/fuerth/alte-further-bausubstanz-erfordert-viel-zuwendung-1.5664513