Schillerstraße 10: Bertha Baudracco-Wolf

Betrachtet man in der Schillerstraße die Anwesen der Hausnummern 10 und 12, so unterscheiden sie sich äußerlich nur wenig voneinander. In den Jahren 1867–1870 in spätklassizistischer Bauweise als spiegelbildlich-symmetrische Anlage durch den Fürther Architekten Jakob Meyer (Firma Hofmann und Meyer) errichtet, variieren sie nur in einigen Details der Fassadengestaltung. Sofort fällt jedoch über dem Tor der Hausnummer 10 eine Gedenktafel mit Reliefbüste ins Auge, die an Bertha Baudracco-Wolf und ihre Vorfahren erinnert, deren Familiengeschichte und Lebensweg jedoch nur den wenigsten Fürthern bekannt sein dürfte. Wer also war diese Frau und welche Rolle spielte das Haus Schillerstraße 10 in ihrem Leben?

Berthas Ururgroßvater Johann Burkhard Wolf wurde am 17. Oktober 1700 vermutlich in Bamberg geboren, erhielt nach dem Studium der Jurisprudenz und Philosophie in Altdorf und Jena die Doktorwürde beider Rechte und wurde 1729 in das Kollegium der Advokaten der Reichsstadt Nürnberg aufgenommen und 1757 zum „Curator gerichtlicher und anderer Sachen“ ernannt. 1729 heiratete er die in Leipzig geborene und in Nürnberg aufgewachsene Juliana Sophia Freund, mit der er fünf Kinder hatte, zwei Töchter und drei Söhne, von denen der jüngste, Christoph August Wolf (1736–1816), wie sein Vater Jurist, zum kaiserlichen Notar in Langenzenn bestellt wurde, wo er sich 1788 mit Apollonia Sixtus (1750–?) vermählte. Beider Sohn, Johann Georg Wolf (1793–1842), schlug nicht mehr die akademische Laufbahn ein, sondern widmete sich als „Bürger und Ökonom“ der Bewirtschaftung seines Landbesitzes, den die Familie wohl im Laufe der Jahre erworben hat. Am 29. März 1837 schenkte seine Ehefrau Barbara Hoffmann (1799–1869) ihrem zweiten Kind Johann Georg Nikolaus Wolf das Leben, dem Vater Bertha Emilies. In Fürth ansässig war dieser seit 1863, nachdem seinem Gesuch an den dortigen Stadtmagistrat um die Erteilung einer Konzession als Flaschnermeister entsprochen worden war. Ab 1872 erscheint er in den Fürther Adressbüchern als erster Eigentümer des Anwesens Schillerstraße 10, wo er äußerst erfolgreich eine kleine Fabrik für Blechspielzeug und Blechblasinstrumente betrieb, wie aus seiner Bezeichnung als „Spielwaren-“ beziehungsweise „Trompetenfabrikant“ hervorgeht. Seit 1864 verheiratet mit Elisabeth Bauer (1840–1903), wurde am 1. Januar 1873 die Tochter Emilie Bertha als zweites Kind der Eheleute geboren. Spätere Angaben, die als Geburtsjahr 1878 nennen, sind unrichtig. Am 5. April 1871 war Sohn Johann Friedrich zur Welt gekommen, ein weiterer Sohn, Karl Wilhelm, folgte am 16. Juli 1874.
Die junge Bertha verlebte allem Anschein nach in der Schillerstraße 10 eine unbeschwerte Kindheit. Viele Stunden verbrachte sie im Betrieb des Vaters, an dem sie sehr hing, und verfolgte seine Tätigkeit mit lebhaftem Interesse. Umso härter traf sie sein früher Tod 1887 im Alter von nur 50 Jahren. Schweren Herzens musste seine Witwe das Unternehmen aufgeben, da ihre Kinder noch zu jung waren, um die Nachfolge des Vaters anzutreten, doch das Haus in der Schillerstraße verblieb im Besitz der Familie Wolf.
Über die nächsten Lebensjahre Bertha Wolfs bis zu ihrer Eheschließung ist nichts bekannt. Am 5. August 1893 heiratete sie den aus Schleiden, Regierungsbezirk Aachen (heute Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen), stammenden und seit etwa zwei Jahren in Fürth lebenden Ludolf Friedrich Holle (25. Mai 1867–?), der im selben Jahr vom Königlichen Oberbahnamt Nürnberg zum „Eisenbahnadjunkten“, worunter der Gehilfe eines Beamten zu verstehen ist, ernannt worden war, doch stand die Ehe unter keinem günstigen Stern. Die zwei Kinder verstarben noch im Säuglingsalter, Elsa (17. Juli 1893–27. August 1893) und Erich (4. Dezember 1894–8. März 1895), für die junge Frau sicherlich eine der „Bitterkeiten des Lebens“, von denen später ihr zweiter Ehemann Mario Baudracco spricht.

1897 hieß es für Bertha Abschied nehmen von Fürth und von der Schillerstraße, wo sie auch nach ihrer Verheiratung gelebt hatte, als ihr Ehemann zunächst nach Pleinfeld und ein Jahr später nach München versetzt wurde. Noch vier Jahre hielt danach die Ehe mit Friedrich Holle, bevor sie am 19. Dezember 1902 geschieden wurde. Über die näheren Umstände verlautet nichts; „aus Verschulden des Beklagten“ heißt es lediglich lapidar in amtlichen Angaben zum Personenstand. Das gemeinsame Wohneigentum in der Münchner Orffstraße musste aufgegeben und 1906 sogar zwangsversteigert werden. Bertha blieb in München, wo sich zwischenzeitlich auch ihr jüngerer Bruder Wilhelm, der laut Meldebogen als „Magazinier“ tätig war, niedergelassen hatte, mit dem sie anscheinend zeitlebens ein besonders herzliches Verhältnis verband. Der ältere Bruder Friedrich fand in Berlin als Kaufmann sein Auskommen. Ihren Lebensunterhalt bestritt sie nach der Scheidung offenbar zeitweilig als „Kleidermacherin“, wird im polizeilichen Meldebogen der Stadt München aber auch als „Privatiere“ geführt, bezog also möglicherweise eine Art Rente.
Das Anwesen Schillerstraße 10 befand sich von 1893 bis zur Scheidung 1902 im gemeinsamen Besitz Bertha und Friedrich Holles; Elisabeth Wolf wird bis zu ihrem Tod 1903 nur noch als Bewohnerin des Hauses in den Adressbüchern der Stadt Fürth genannt.
Ein neuer, glücklicherer Lebensabschnitt begann für Bertha, als sie den aus Italien stammenden Ingenieur Mario Baudracco (5. Mai 1877–?) kennen lernte, den sie am 9. November 1910 heiratete. Ungewöhnlich ist der Ort der Eheschließung, die in London stattfand, allem Anschein nach im Laufe einer mehrjährigen Reise des Paares durch Italien und England. Wie aus ihrem Münchner Meldebogen hervorgeht, war im Mai 1909 für Bertha ein Pass für einen dreijährigen Aufenthalt in diesen Ländern ausgestellt worden. Im November 1909 erscheint sie allerdings noch als „falsch angemeldet“ unter einer Münchner Adresse als Ehefrau von Mario Baudracco unter dessen Namen. Um 1911 ließen sich die Eheleute dann offenkundig in Gries (bei Bozen; 1925 eingemeindet) nieder, denn dorthin hatte sich auch Berthas Bruder Wilhelm am 16. November 1911 aus München abgemeldet.
Doch noch immer kehrte keine Ruhe in Berthas Leben ein. Im Ersten Weltkrieg verlor das Ehepaar Baudracco nicht nur vorübergehend Hab und Gut, sondern war auch zur Flucht gezwungen, da zwischen 1915 und 1918 der Alpenraum Hauptkriegsschauplatz zwischen Österreich und Italien war. Südtirol mit Bozen, das bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Kaiserreich Österreich-Ungarn gehörte, wurde 1919 abgetrennt und fiel an Italien. Die Kriegszeit verbrachten die Eheleute in Mailand, wo Bertha den Entschluss fasste, vom protestantischen zum katholischen Glauben überzutreten. Nach dem Krieg konnte das Paar nach Gries zurückkehren, wo Bertha mit ihrem Ehemann bis zum ihrem Tod am 10. Februar 1941 lebte. Schwer traf sie 1937 der Tod ihres Bruders Wilhelm. Ihr älterer Bruder Friedrich war zu diesem Zeitpunkt noch am Leben.
Berthas Ururgroßmutter Juliana Sophia Wolf war im Jahr 1750 verstorben. Ihr Ehemann, von großer Trauer um sie erfüllt, gab im selben Jahr als „Denckmal der Liebe“ ihre von ihr selbst verfasste Lebensgeschichte im Druck heraus. Ähnlich tief betrübt muss Mario Baudracco über den Tod seiner Frau gewesen sein. Noch in ihrem Todesjahr erschien die Schrift Juliana Sophia Wolfs unter dem Titel „Selbstverfasster Lebenslauf einer Streiterin Christi im 18. Jahrhundert“ als „Neue vom Ingenieur Mario Baudracco herausgegebene Auflage zum Andenken an seine im Februar 1941 heimgegangene Gattin“, worin er die Aufzeichnungen Juliana Sophias um eine Zusammenfassung der Geschichte der Familie Wolf und eine kurze Skizze über das Leben Berthas ergänzt.
Darin schildert Mario Baudracco seine Frau als starken Charakter, der sie Schicksalsschläge geduldig ertragen ließ, ohne dabei aber die Lebensfreude zu verlieren. Lobend hebt er ihr Sprachtalent hervor – sie beherrschte das Italienische in Wort und Schrift – sowie ihr Verständnis für technische Fragen, das sie seit den Kindheitstagen im väterlichen Betrieb in Fürth bewahrt hatte. Dadurch konnte sie ihrem Mann bei seiner Tätigkeit „im Dienste der Wasserkraftindustrie und des Eisenbahnwesens“ stets wertvolle Hilfe und Unterstützung leisten, insbesondere bei seinen Geschäftsbeziehungen zu deutschen Firmen.
Ihre Geburtsstadt dürfte Bertha Baudracco nach ihrem Weggang aus Fürth wahrscheinlich nicht mehr allzu häufig aufgesucht haben, wenn sie auch bis zu ihrem Tod als Eigentümerin des Anwesens Schillerstraße 10 in den Fürther Adressbüchern aufgeführt wird. Noch bis 1976 erscheint anschließend Mario Baudracco als Eigentümer. Sicherlich geht auf seine Initiative auch die Anbringung der Gedenktafel an der Hausfassade zurück, um die Erinnerung an seine Frau aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus bringt sie jedoch zum Ausdruck, wie wichtig für Bertha Baudracco-Wolf selbst ihre Herkunft aus Fürth und die Verwurzelung ihrer Familie in Franken gewesen sein muss.


Quellen und Literatur:
Stadtarchiv Fürth:
▪ Fach 18 a/W 288
▪ Fach 18 a/H 1251
▪ Familienbogen Holle, Ludolf Friedrich
Stadtarchiv Nürnberg:
▪ B 11 Nr. 125
▪ GSI 92
Stadtarchiv München:
▪ PMB H-352
▪ PMB W-297
Landeskirchliches Archiv Nürnberg:
▪ Kirchenbücher Langenzenn I und II

Habel, Heinrich: Stadt Fürth. Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Denkmäler (Denkmäler in Bayern 61), München 1994, S. 352.

Will, Georg Andreas: Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon, Vierter Theil, Nürnberg und Altdorf 1758, S. 294–296.

Georg Andreas Will’s Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon, ergänzet und fortgesetztet von Christian Conrad Nopitsch, Achter Teil oder vierter Supplementband, Altdorf 1808, S. 422.

Wolf, Juliana Sophia: Selbstverfasster Lebenslauf einer Streiterin Christi im 18. Jahrhundert. Neue vom Ingenieur Mario Baudracco herausgegebene Auflage zum Andenken an seine im Februar 1941 heimgegangene Gattin Frau Bertha Emilie Baudracco-Wolf, Gries-Bolzano und Fürth bei Nürnberg 1941.

Jahresbericht der Stadtheimatpflege 2018

Lothar Berthold und ich blicken auf ein spannendes Jahr mit vielen Begegnungen, interessanten Projekten und Entscheidungen zurück.
Dabei waren die Besuche von Sitzungen des Baubeirates, des Bauausschusses und des Baukunstbeirats ebenso zu absolvieren wie die regelmäßigen Treffen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.
Besonders freut uns, dass nun auch ab und zu Sitzungen mit der Stadtbaurätin zu wichtigen Themen aus dem Bereich Denkmalschutz stattfinden. Wir würden uns wünschen, dass solche Besprechungen öfter abgehalten werden.

Weiter waren im Jahreslauf wieder Stellungnahmen zu Bauleitplanungen, Straßenbenennungen und Denkmalprämierungen abzugeben.
Zudem wurden etliche Vorträge zu stadtheimatpflegerischen Themen gehalten und auch Stadtspaziergänge durchgeführt.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die vielfältige Unterstützung, die wir für unsere Arbeit erhalten haben, und bitten, uns auch 2019 gewogen zu sein.

Hier eine Auswahl von Bildern, die die Vielfalt unserer Arbeit verdeutlichen sollen:

Schwabacher Straße 5
Die Gestaltung der Eingänge für die neue Flair Galerie hat uns zu Beginn des Jahres etliche Male beschäftigt. Auf dem Bild sieht man die Bebauung Schwabacher Straße als eine durchgehend gestaltete Häuserzeile. Diese Art, einem Straßenzug ein Gesicht zu geben, macht die Denkmalstadt Fürth zu etwas Besonderem. Solche geschlossenen Bebauungen kennzeichnen bis heute viele Straßenzüge in Fürth. Nun wird an der Schwabacher Straße 5 diese Geschlossenheit aufgelöst. Natürlich ist der Wunsch des Bauherrn verständlich, für sein Einkaufszentrum eine werbewirksame Eingangssituation zu schaffen. Es war aber auch genauso wichtig, hier eine architektonische Lösung zu finden, die den Ensembleschutz im Blick hält. Bleibt zu hoffen, dass dies gelingen wird.

Camera
Die Hausfront, die hier zu sehen ist, gibt es nicht mehr. Im Moment klafft an der Schwabacher Straße eine große Lücke. Nun gilt es, den Hausbesitzer davon zu überzeugen, dass der „Camera“-Schriftzug als letztes Relikt aus Fürths großer Kinozeit erhalten werden muss. Unser Vorschlag: Man könnte den Schriftzug im Innenraum des Kinos Uferpalast anbringen. Dort wäre er geschützt und würde auch inhaltlich wunderbar passen.

Tankstelle an der Waldstraße
Dieses Bild haben wir bereits vor einem Jahr gezeigt. Denkmalschutz endet nicht im Mittelalter oder in der Industrialisierung. Auch Objekte aus dem 20. Jahrhundert gehören geschützt. Wie diese einmalig erhaltene Tankstelle aus den 1950er Jahren. Leider hat der für eine Unter-Schutz-Stellung zuständige Mitarbeiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalschutz noch keine Zeit gefunden, sich diese Anlage anzusehen.

Beamtensiedlung 1
Erbaut in den 1920er Jahren wurde dieses wunderbare Beispiel einer geschlossenen Wohnbebauung 2016 unter Ensembleschutz gestellt. Seit dieser Zeit bemüht sich die Wohnungsbaugesellschaft Fürth-Oberasbach um den Erhalt und die Pflege dieser einmaligen Siedlung. Dafür ein großes Dankeschön!
Leider kommt es doch immer wieder zu „Neugestaltungen“ an den Gebäuden und Grundstücken, die deren Charakter stören. Ein Beispiel:

Beamtensiedlung 2
Jägerzäune – und dann auch noch farblich gestaltet – gehören nicht in das historische Erscheinungsbild. Ensembleschutz bedeutet, dass der Charakter dieser Siedlung erhalten werden soll. Wir würden uns wünschen, dass sich nicht nur Mieter und Besitzer, sondern auch die Denkmalbehörden mehr dafür einsetzen.
Eine Gestaltungssatzung könnte dazu beitragen.

Hornschuchpromenade und Königswarterstraße
Das Grün im linken Bildteil zeigt die Trasse der ehemaligen Ludwigseisenbahn, auf der 1835 die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth fuhr. Seit geraumer Zeit macht man sich Gedanken über eine Umgestaltung dieses historisch wichtigen Geländes. Bei einer Bürgerbeteiligung wurden dazu gute Ansätze gefunden. Leider ist dieser Prozess wieder etwas ins Stocken geraten und daher hat auch die Stadtheimatpflege einen Appell an die Stadtspitze unterzeichnet, der eine zukunftsweisende Stadtplanung für ein lebendiges Viertel fordert. Darin heißt es u.a.: „Die Umgestaltung ist die einmalige Chance, eine zukunftsweisende Lebensqualität modellhaft in der architektonischen Visitenkarte der Stadt umzusetzen.“

Flugplatz Atzenhof
Dieses Bild stammt von einer Ortsbegehung mit den Denkmalbehörden. Es soll zeigen, wie vielfältig Denkmalschutz sein kann. Die Garagen stammen aus der Zeit, als die US-Army das Gelände genutzt hat. Hier gilt es, eine gute Lösung für die neue Nutzung und den Erhalt der Gebäude zu finden.

Kunst 1 – Leyher Straße
Als dieses Kunstwerk an der Fassade eines Wohnblocks entstand, gab es noch die Vorschrift, bei solchen Bauten einen gewissen Geldbetrag auch für die Kunst im öffentlichen Raum einzusetzen. Und so sind in der 1950er Jahren viele Werke an Mietshäusern entstanden, die leider so nach und nach keine Beachtung mehr finden. Maßnahmen zur Wärmedämmung und Renovierungsarbeiten führen leider oft dazu, dass diese Kunstwerke verschwinden, zumal es keine Pflicht gibt, sie zu erhalten oder Neues zu schaffen. Dem entgegenzuwirken, ist eine unserer Zukunftsaufgaben.

Kunst 2 – Säule des Künstlers Karl Dörrfuß
Das Kriegsgefangenendenkmal ist eine 1952 geschaffene Sgraffito-Säule. Das Mahnmal für die seinerzeit noch in Kriegsgefangenschaft befindlichen und in Gefangenschaft gestorbenen Fürther Soldaten stand viele Jahre unter einem Bretterverschlag im Fürther Stadtpark und war eigentlich für den Pavillon in der Adenauer-Anlage gedacht. Und dort soll es nach seiner Restaurierung auch wieder hin.
Die Stadtheimatpflege dankt OB Dr. Jung und seinen Stadträtinnen und Stadträten ganz herzlich für den spontanen Beschluss, unserer Forderung nach diesem Standort einstimmig nachzukommen!

Kunst 3 – Stadtpark
Und wieder hat es die Aschenputtel-Figur am Spielplatz unterhalb der Freilichtbühne im Stadtpark getroffen. Vandalen haben sie im Oktober 2018 beschmiert und die Taube, die auf der Schulter saß, abgebrochen. Man steht mit großem Unverständnis davor. Und trotzdem appellieren wir, die von der Künstlerin Gudrun Kunstmann geschaffene Skulptur wieder in Stand zu setzen. Vielen Fürthern sind die Märchengestalten noch heute in Erinnerung. Und so soll es auch bleiben. Wir kämpfen weiter für deren Erhalt am bisherigen Standort. Kunst im öffentlichen Raum muss auch dort bleiben und darf aus Angst vor Zerstörung nicht weggesperrt werden!

Villen 1 – Forsthausstraße 40
Erbaut wurde diese Villa 1906 vom Fabrikanten Carl Brünn. Er besaß in der Badstraße eine Metallschlägerei und hat auch Christbaumschmuck hergestellt.
Der jetzige Besitzer weiß, welch ein Schmuckstück und die damit verbundene Verantwortung er für dieses Gebäude hat. Wir danken ihm sehr, dass er dies bei seinen Plänen berücksichtigt.

Villen 2 – Forsthausstraße 49
Auch an diesem denkmalgeschützten Gebäude hat 2018 eine Begehung mit dem Landesamt für Denkmalpflege stattgefunden. Hier befand sich übrigens eine Zeit lang die Wohnung von Ludwig Erhard. Auch dem jetzigen Besitzer gilt unser Dank für den sorgsamen Umgang mit dem Objekt.

Bei den Begehungen ist aufgefallen, dass nicht alle schützenswerten Gebäude in der Villenkolonie in der Denkmalliste stehen. Deshalb haben wir angeregt, die Westvorstand als Teil von Dambach in Gänze zu betrachten. Es fällt auf, dass die Siedlung ihren Charakter als Villen-Vorort langsam zu verlieren droht. Die Parkgrundstücke werden geteilt und mit einer neuen Bebauung, meist durch Eigentumswohnungen, versehen. Dem sollte man entgegenwirken.

Villen 3 – Villa Königstraße
Dieses Bild zeigt ein Zimmer aus der Villa des Kaufmanns Winkler in der Königstraße. Eine Zeit lang war das Gebäude auch Sitz der Verwaltung der Pfarrgemeinde Unsere Liebe Frau. Die hochherrschaftliche Ausstattung mit Stuck- und anderen Schmuckelementen ist nach wie vor vorhanden und muss unbedingt erhalten bleiben.
Seit 2005 ist die Villa im Besitz der Familie Kuhnle.

Positives – Malzböden
Zwar sieht das Sudhaus der ehemaligen Humbser-Brauerei nicht mehr ganz so aus wie auf diesem Bild, aber an der Schwabacher Straße ist mit den Malzböden ein Kleinod entstanden, das mittlerweile Besucher aus Nah und Fern anzieht. Es war auch aus Denkmalschutzsicht eine Freude, mit dem Investor zusammenzuarbeiten. Herzlichen Dank dafür!

Positives – Grüner Baum
Auch über dieses Projekt freut sich die Stadtheimatpflege sehr. Das Bild zeigt einen Blick in den großen Saal der Gaststätte Grüner Baum in der Gustavstraße. In der Zwischenzeit wurden viele historische Details, die unter Decken und Platten verschwunden waren, wieder freigelegt und schon bald können sich die Gäste auf den Besuch dieses Traditionslokals freuen. Dank an die Firma MIB unter der Leitung von Philipp Streng!

Positives – Bahnhof
Zähes und langes Verhandeln mit der Bahn scheint nun zu einem guten Ende zu führen: MIB hat die Immobilie erworben und wir sind schon gespannt, was daraus wird. Die Stadtheimatpflege wünscht sich eine öffentliche Nutzung, bei der auch Gaststätte und der Vorplatz mit einbezogen werden. Eine Neugestaltung dieses Bereiches samt Verkehrsberuhigung wäre ein großer Beitrag für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung.

Feuerwache
Die unter Denkmalschutz stehende Feuerwache am Helmplatz nach dem Auszug der Wehr wieder mit Leben zu füllen, ist sicher eine Mammutaufgabe, die viel Kreativität, Zeit und Kraft erfordert. Alle Wünsche und Vorstellungen unter einen Hut zu bringen, wird nicht einfach sein. Wichtig für die Stadtheimatpflege ist, dass man auch in Zukunft den ursprünglichen Charakter des Gebäudes erkennen kann. Kompromissen werden wir nicht entgegenstehen

Negatives – Goldener Schwan
Leider befindet sich das Hauszeichen der ehemaligen Gaststätte „Goldener Schwan“ noch immer nicht an seinem angestammten Platz. Alle Versuche, mit den Besitzern und den Experten zu einer Lösung zu kommen, sind bisher gescheitert. Der Schwan ist Teil des denkmalgeschützten Hauses. Erst, wenn er wieder an der Fassadenecke angebracht ist, können wir zufrieden sein. Bleibt zu hoffen, dass sich da 2019 mehr bewegt.

Kritisches – Dambacher Straße 51
Hier ein Relikt aus der großen Zeit der Humbser-Brauerei: das ehemalige Pförtnerhäuschen an der Dambacher Straße, das unter Denkmalschutz steht.

Daneben:

Kritisches – Bild 2
Neben dem historischen Gebäude, also in „Denkmalnähe“, befindet sich dieser Neubau. Machen Sie sich selber Ihre Meinung dazu…

Positives – Turnstraße 5
Auch wenn dieses Hinterhaus in der Turnstraße 5 noch recht renovierungsbedürftig aussieht, wurde es mittlerweile in die Denkmalliste aufgenommen. Ein großes Lob geht an den Besitzer, der bereit ist, das Gebäude wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Hier zeigt sich, dass Denkmalschutz auch „Lust“ sein kann und die Angst vor einer „Last“ oft unbegründet ist.

Positives – Simonstraße 34
Dieses aufwendig restaurierte Gebäude hat in der Zwischenzeit einen Denkmalpreis der Stadt Fürth erhalten. Stolz prägt es jetzt wieder die Ecke Simon-Fichtenstraße. Auch hier Lob und Dank dem Besitzer!

Zum Schluss
Einige Impressionen aus der Nacht der „Glanzlichter“ zum Jubiläum „200 Jahre eigenständig“. Auch so können denkmalgeschützte Fassaden erstrahlen!

Karin Jungkunz
Lothar Berthold
Im Januar 2019

Umstrittener Wandel in der Westvorstadt: Das Villenviertel verliert seinen Charakter

Liebe Fürth-Freunde,
Es wäre schöner gewesen, wenn der Autor dieses Artikels uns die gewünschte Zeit gelassen hätte, die Geschichte des zum Abriss stehenden Gebäudes zu erforschen. Auch der Name Humbser ist bei Gesprächen öfter gefallen. Wir werden weiter berichten.
Doch in der Hauptsache – und das hat die FN richtig erkannt – geht es uns darum zu mahnen, dass die Villenkolonie so langsam ihren ursprünglichen Charakter verliert und dass das Zusammenspiel von moderner und historischer Architektur nur funktionieren kann, wenn da ein guter Architekt am Werk ist und der Bauherr nicht nur die höchst mögliche Rendite im Sinn hat.

Hier der Link zum Artikel der FN vom 01. Februar:
http://www.nordbayern.de/verliert-furths-villenviertel-seinen-einzigartigen-charakter-1.8555639

Streit um Villenareal beigelegt

Die Stadtheimatpflege freut sich sehr, dass sich der Einsatz um den Erhalt der denkmalgeschützten Villa und deren Grundstück an der Austraße/Flößaustraße gelohnt hat. Mit der einvernehmlichen Lösung, die der Stadtrat nun beschlossen hat (siehe Pressemitteilung), sind der Bestand von Villa und Park gesichert. Damit konnte in der Denkmalstadt Fürth ein wunderbares Kleinod erhalten werden. Sicher ein Schritt in die richtige Richtung, der zeigt, dass das gemeinsame Bohren am dicksten Brett von Anwohnern, Natur- und Denkmalschützern Erfolg haben kann. Mögen noch viele solcher Beispiele folgen.

Hier der Link zur Pressemitteilung der Stadt Fürth:
pi_AustraßeFürth_Jan19

Gesucht: Zeugnisse aus dem Leben Fürths

Die Stadtheimatpflege bittet um Ihre Mithilfe:
Für die Arbeit der Denkmalpflege werden aus allen Epochen Zeugnisse des öffentlichen Lebens in Fürth gesucht!
Besitzen Sie Pläne, Karten, Dokumente, Bilder oder Fotografien von Fürth und möchten diese leihweise der Stadtheimatpflege zur Verfügung stellen, so melden Sie sich für weitere Informationen bitte bei:

Lothar Berthold
Tel.: 0911 773192

An der Schwelle zum Expressionismus: Fürther Kunstgalerie feiert die Wiederentdeckung des Malers Benno Berneis

Mit den großen Malern seiner Zeit war Benno Berneis (1883–1916) auf Du und Du. Jetzt holt ihn die Kunstgalerie seiner Geburtsstadt Fürth aus bald 100-jähriger Vergessenheit ins öffentliche Bewusstsein zurück.
Artikel aus den FN vom 24.07.2018

Man darf sich Galeriechef Hans-Peter Miksch als wählerischen Kunstsinnigen vorstellen. Entsprechend sparsam, nämlich mit dem Satz „Vielleicht ist er ja auch zu Recht unbekannt“, kommentierte er jene Entdeckung, die Fürths Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz gemacht zu haben glaubte.
2014 hatte das Jüdische Museum München Malerei von Künstlern gezeigt, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren — unter ihnen war jener Benno Berneis, der 1916 im Luftkampf fiel und 33 Jahre zuvor als Spross einer jüdischen Schuhfabrikantenfamilie in Fürth zur Welt gekommen war. Benno wer? Nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium in der Königstraße hatte ihn der Weg nach Berlin geführt. Als Schüler Max Liebermanns, Lovis Corinths und Ernst Slevogts fand er rasch Anschluss an die Freie Sezession und wurde zum Darling der zeitgenössischen Feuilletons. Zusammen mit Henri Matisse stellte Berneis 1909 — längst sind seine dynamischen Reiterskizzen und -gemälde nicht nur in Kennerzirkeln ein Begriff — im Kunstsalon Paul Cassirer aus, der seinerzeit als Maß aller Dinge galt.
Ein reichhaltiges Konvolut seiner Arbeiten hüten die Berlinische Galerie (dort finden Berneis-Werke in schöner Regelmäßigkeit einen immerhin kleinen Platz in der Ausstellung) und Nachkommen der Familie. Und spätestens hier fiel auch dem skeptischen Miksch die Kinnlade südwärts. „Wir haben es mit einem sehr guten Künstler an der Schwelle vom Impressionismus zum Expressionismus zu tun.“ Kein glühender Avantgardist, vielmehr ein Kind seiner Zeit — gleichwohl ein überaus begabtes.
Wie er das innere Empfinden widerzuspiegeln vermag, hat Rezensenten noch bis 1917 berührt, als der Salon Cassirer ihm zu Ehren eine Gedächtnisausstellung organisierte. Besucher der Fürther Schau wiederum können erahnen, dass Berneis, hätte er die Kriegswirren überlebt, die Türen zu einer großen Karriere als „richtiger“ Expressionist weit offen gestanden hätten. Seine drei Theaterszenen etwa, in denen er seinen Pinselduktus und das Skizzenhafte selbstbewusst zur Schau stellt, machen die Begeisterung seiner Zeitgenossen nachvollziehbar. In wuchtigen Öl-Großformaten: präzise ausgetüftelte Licht- und Farbkontraste. Und immer wieder, auch in Tusche- und Kohlezeichnungen, Reiter, Pferde, Energie, Dynamik.
Geschenkt, dass Benno Berneis nicht ganz zufällig im Stadtjubiläumsjahr von der Liste der verlorenen Fürther Söhne gestrichen werden kann. Wichtiger: Ein vergessener Maler ist zurückgekehrt. Ein Ausrufezeichen nicht nur im Fürther Kunst-Kalender 2018.

Dunkle Sehnsüchte, romantisches Talent: Benno-Berneis-Ausstellung

Liebe Fürth-Freunde!
Auf dieser Seite finden Sie unter „Aktuelles“ bereits etliche Beiträge über den in Fürth geborenen und während des Ersten Weltkriegs gefallenen Künstler Benno Berneis. Nun ist es tatsächlich gelungen, seine Werke aus der Berlinischen Galerie nach Fürth zu holen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie bei der Ausstellungseröffnung am 20. Juli um 19.00 Uhr und bei der Begleitveranstaltung am 1. August in der kunst galerie fürth begrüßen könnten.

Den Flyer zur Ausstellung finden sie hier:
Berneis_Einladungskarte

Radikaler Wandel an prominenter Stelle

Die frühere Commerzbank hat ihr Äußeres komplett verändert: Die meisten finden das gut – aber nicht alle

Ein Artikel von JOHANNES ALLES (FN vom 01.05.18)

Das frühere Commerzbank-Gebäude ist seit dem Umbau nicht mehr wiederzuerkennen. Die meisten Fürther weinen der alten Fassade keine Träne nach, Fachleute loben, wie gut sich der neue Stil an seine Umgebung anpasst. Es gibt aber auch jemanden, der von architektonischer „Langeweile“ spricht und sogar das Wort „Schande“ in den Mund nimmt.

FÜRTH — Angesprochen auf das neue Gesicht der früheren Commerzbank, springt Karin Jungkunz erst mal um viele Jahrzehnte in der Zeit zurück. Bei Stadtheimatpflegern muss das vielleicht so sein. „Ich bedauere es sehr“, sagt sie, „dass es den Vorvorgänger nicht mehr gibt.“
Der Vorvorgänger? An der Ecke von Hall- und Rudolf-Breitscheid-Straße stand bis in die 1960er Jahre ein für Fürth so typischer klassizistischer Bau mit Sandsteinfassade. Längst kann man ihn nur noch auf bräunlichen, historischen Aufnahmen betrachten. Im Erdgeschoss hatte er große Fenster mit prächtigen Rundbogen, hinter diesen Glasscheiben saßen schon seit 1921 die Mitarbeiter der Commerzbank-Filiale. Vor rund 50 Jahren wurde das Haus abgerissen. Was danach kam, blieb vielen Fürthern bis zuletzt ein Dorn im Auge. Sie sahen in dem Neubau nichts anderes als einen hässlichen Betonklotz.
Nach dem jüngsten Umbau hat sich das Gesicht erneut vollkommen gewandelt. „Ich bin froh, dass die Bauherren jetzt einiges gemacht haben“, sagt Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz. „Die neue Fassade ist auf jeden Fall ein Gewinn.“ Das Gebäude füge sich deutlich besser ein in die Rudolf-Breitscheid-Straße.
Christofer Hornstein nennt die Umgestaltung sogar eine „Stadtreparatur“, die dringend nötig gewesen sei. Der Architekt aus Ritzmannshof hatte sich in der Bürgerinitiative Bessere Mitte engagiert, er mag die Architektur der Neuen Mitte – und er hält die neue Fassade der Ex-Commerzbank für einen deutlichen Gewinn.
Der Bau aus den 70ern, sagt Hornstein, habe in keinster Weise Bezug genommen auf die Umgebung, den Gebäudetypus der Nachbarschaft oder der Innenstadt. Gut, räumt Hornstein ein, das Haus sei auf seine Art schon etwas Besonderes gewesen, seine Architektur habe sich „etwas getraut“. Aber: „Letztendlich war es ein kontrastierender Solitär, der nicht im Dialog mit dem Ort stand.“ Hornstein mag so etwas nicht.
Jetzt gefällt es ihm schon besser. Zwar sei der Grundkörper für diesen Standort immer noch zu groß beziehungsweise zu hoch, und das Gebäude sei sicherlich kein Knaller, über den Fremde sagen würden: „Wow, dafür lohnt sich ein Fürth-Besuch!“ Aber es sei doch alles in allem eine deutliche Verbesserung, findet Hornstein. Besonders augenfällig werde das, wenn man von der Freiheit kommend in die Breitscheidstraße läuft.

„Eine Fehlleistung“

Ernst-Ludwig Vogel widerspricht. Der Kunstlehrer im Ruhestand, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass das Hardenberg-Gymnasium zur Stützpunktschule Architektur geworden ist, hat in dem Commerzbank-Gebäude nie einen Betonklotz gesehen. „Das ist er auch keinesfalls gewesen“, sagt Vogel.
Stattdessen lobt er die Fassadenverkleidung: die eleganten Muschelkalkplatten, die je nach Sonneneinstrahlung oder Regennässe ihre Farbe verändert hätten. Er schwärmt von den schrägen Vorsprüngen, die sich über alle Stockwerke zogen, und mit denen der damalige Architekt Ernst Schumm die Biegung der Breitscheidstraße aufgegriffen und verändert habe. Die „Zerstörung“ dieses Gebäudes nennt Vogel in aller Deutlichkeit „eine Schande“.
Und die neue Fassade? „Langeweile, Biederkeit, Spannungslosigkeit“, klagt der frühere Lehrer. In einer „falsch verstandenen Harmonisierung“ dieser Ecke habe man es „mit Anpassung und Anbiederung an die Neue Mitte sichtlich übertrieben“.
Zwar echauffierten sich viele Fürther in Sachen Architektur über das Ludwig-Erhard-Zentrum oder den Erweiterungsbau des Jüdischen Museums, aber der Umbau der Ex-Commerzbank sei die eigentliche architektonische Fehlleistung. Dass sich kaum jemand darüber beschwert, wundert ihn aber irgendwie auch wieder nicht. Der Bau sei viel zu monoton und langweilig, als dass er zum Aufreger tauge.
Was meint der Oberbürgermeister? „Ich habe außer von Herrn Vogel keine kritischen Stimmen gehört“, sagt Thomas Jung, „ich glaube, dass er damit ziemlich isoliert dasteht.“ Jung selbst habe das Gebäude früher jedenfalls als „brutale Störung“ empfunden. Jetzt hingegen füge es sich harmonisch neben der Neuen Mitte in die Fußgängerzone ein. „Ich empfinde das als Wohltat“, sagt der Rathauschef und ergänzt: „Aber jeder darf natürlich seine Meinung haben.“