Stadtbezirke und ihre Benennung

Nach der Bayerischen Gemeindeordnung (Art. 69 Abs. 1 GO) ist es für die Großstädte eine Pflicht, ihr Gebiet  in Stadtbezirke einzuteilen. Dabei sind die geschichtlichen Zusammenhänge und Namen sowie die Besonderheiten der Bevölkerungs- und Wirtschaftsverhältnisse zu beachten.

Diese Pflichtaufgabe des eigenen Wirkungskreises liegt nicht im Belieben der Stadt. Aus Gründen der Rechtsklarheit und Eindeutigkeit empfiehlt es sich, die Stadtbezirksgrenzen sowohl verbal zu beschreiben, als auch auf Pläne – ggf. als Anlage zur Satzung aufzunehmen- zu verweisen (laut Kommentar Bauer/Böhle/Ecker zu den Bayerischen Kommunalgesetzen).

Diesen Vorgaben kommt die Stadt Fürth nicht nach. Sie hat 1996 im Stadtratsbeschluss vom 24.04.1996 zur Neugliederung des Stadtgebietes lediglich die drei Stadtbezirke  Nord-Ost, West und Süd festgelegt und kurz beschrieben. Im Plan des Statistischen Amtes sind innerhalb der drei Bezirke ohne eine Abgrenzung nur teilweise beschrieben. So z. B. im Stadtbezirk „Süd“ ab Altstadt und Innenstadt ist in östlicher Richtung nur vermerkt „Stadtpark/Stadtgrenze“. Die natürliche Abgrenzung zur „Südstadt“ durch die Bahnlinie fehlt im Plan. Außerdem fehlt bei „West“ der Stadtteil „Hard“. In der Beschreibung wurde unzutreffender Weise erläutert, dass oberhalb der Billinganlage und Scherbsgraben beginne gleich die „Hardhöhe“.

Dieser Stadtteil-Name ist nie amtlich beschlossen worden. Nach dem Votum der Bewohner „Flughafensiedlung“ für „Hardhöhe“ in einer Bürgerversammlung am 29.1.1965 hat der Stadtrat dies nur zur Kenntnis genommen und „als nichtamtliche Bezeichnung“ erklärt. Der damalige Rechts- und Ordnungsreferent Dr. Zottmann begründete dies als nicht nötig (lt. Zeitungsbericht).

Die Folge: In den amtlichen Bekanntmachungen über die Einladung zu den drei Bürgerversammlungen jährlich finden sich immer wieder Ungereimtheiten.  So wird „Hard“ weggelassen, der Stadtteil „Schwand“ ebenfalls. Die Zeitung zählt diesen Stadtteil gar zu „Eigenes Heim“. Da gibt es dann lustige Meldungen; z.B. dass es im Eigenen Heim gebrannt habe. Tatsächlich war es in der Straße Am Kellerberg, was am Beginn der Schwand, Nähe Nottelberg, liegt. Die beiden Kirchen am Beginn der Schwand werden in den kirchlichen Nachrichten auch zu „Eigenes Heim“ gezählt. Auch die Klinikumskapelle, obwohl ja das Klinikum auf der Mittleren Schwand errichtet wurde und das Wohngebiet der Baugenossenschaft Eigenes Heim erst dahinter liegt. In Bekanntmachungen der Stadt zu Abfuhren, z. B. ausgediente Weihnachtsbäume im Januar, wird immer wieder der Sammelplatz am „Eichenwäldchen“ an der Stiftungsstraße zur Hardhöhe gerechnet, obwohl das „Achalaswäldla“ schon immer auf der Hard liegt.

Im Vortrag bei der VHS/Vobü am 8. Mai über die Stadtteile ohne Namen bzw. die Verwirrungen sind vorstehende Problematiken aufgezeigt worden. Die Fürther Nachrichten kündigten den Vortrag am 4.5.17 am. In der Diskussion, unterstützt mit alten Plänen und Bildern, wurde durchaus gewürdigt, dass letztes Jahr das Stadtarchiv und das Stadtplanungsamt eine Neuordnung der Stadtteile und ihrer Namen konzipiert und publiziert haben. Auch die Zeitung hatte zu Vorschlägen aufgerufen.

Die Vorschläge zum Gebiet östlich der Innenstadt bis hin zur Stadtgrenze mit „Am Stadtpark“ zu benennen, wurde als weniger geeignet befunden. Stattdessen wurde „Innenstadt-Ost“ favorisiert, weil es dort mal den Bahnhof Fürth-Ost der Ludwigseisenbahn und der Straßenbahn gab. Die Gebiete entlang der früheren Bahntrasse zwischen Königswarter- und Hornschuchpromenade sowie südlich der Gebhardtstraße werden städtebaulich neu gestaltet. Ein offizieller Name für diesen Stadtteil wäre also hilfreich. Gleiches gilt für den Stadtteil entlang der Erlanger Straße nach der Ludwigsbrücke. Die Bezeichnung „Am Uhrenhäuschen“ im Kreuzungsbereich der Poppenreuther-/Erlanger Straße kommt nicht besonders an. Besser wäre es, an den historischen Namen für das dortige Gebiet „Am Prater“ anzuknüpfen. Nahe der Kreuzung Poppenreuther Straße/Erlanger Straße gibt es ja den Weg mit Schild „Am Prater“ und weiter oben gibt es das Restaurant „Am Prater.

Primär geht es darum, die Bemühungen von Stadtplanungsamt und Stadtarchiv fortzuführen und das Thema mal in einer Stadtratssitzung zu behandeln. Die Zuständigkeit des Stadtrats ist nämlich wie eingangs geschildert gegeben, endlich einmal für eine verbindliche Regelung im Sinne der Gemeindeordnung zu sorgen. Die Bekanntmachung im Internet vom 1. Juni 2016 ließ ja hoffnungsvoll werden, jetzt geht aber wieder nicht mehr voran und die Verwirrung dauert an.

Peter Frank, Berlinstraße 43, 90766 Fürth
Mai 2017

Aus Fürth, in Fürth, für Fürth: Unterstützung für das FürthWiki

Das Online-Lexikon FürthWiki soll erweitert werden und bittet um Unterstützung.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des FürthWikis,

viele von Ihnen werden in den Fürther Nachrichten dieser Tage den Artikel »Online-Portal hilft Vereinen beim Geldsammeln« gelesen haben:

»Gut für Fürth. Stadt und Land«

heisst die gemeinsame Initiative der Plattform betterplace.org und der Sparkasse Fürth, in deren Rahmen soziale, nachhaltige und kulturelle Projekte in unserer Region gefördert werden sollen. Fürths Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung und der Fürther Landrat Matthias Dießl haben gemeinsam die Schirmherrschaft für das regionale Spendenportal übernommen. Der Clou dabei: Eingehende Spenden in Höhe von bis zu 200 EUR werden von der Sparkasse aus dem eigenen Budget verdoppelt!

Auch wir haben uns mit einem eigenen Projekt bei der Initiative beworben. Unter dem Titel

»Unterstütze das FürthWiki – Aus Fürth, in Fürth, für Fürth!«

versuchen wir per Crowdfunding die Finanzierung unserer längst (über-)fälligen »Mobilmachung« sicherzustellen: Derzeit ist das FürthWiki noch primär für die Nutzung am PC-Bildschirm optimiert. Wir wollen aber der rasant steigenden Verbreitung und Nutzung von Mobilgeräten Rechnung tragen und eine eigene FürthWiki-App für Smartphones entwickeln lassen, die – vergleichbar der Wikipedia-App – einen im Wortsinne handlichen und stets verfügbaren Zugang zu unserem Fürth-Lexikon bietet.

Unsere Bitte an Sie: Machen Sie Freunde, Bekannte und Kollegen auf die Aktion aufmerksam und leiten Sie diesen Newsletter an diese weiter. Teilen Sie in Ihren Kreisen die Vision eines täglich expandierenden Nachschlagewerkes rund um unsere Stadt, welches in absehbarer Zukunft für jedes Smartphone in intuitiv bedienbarer, gut lesbarer und damit mobil problemlos nutzbarer Form verfügbar gemacht werden soll. Sobald die Finanzierung steht, können wir die App-Entwicklung in Auftrag geben!

Herzliche Grüße,
das Team von FürthWiki e. V.

Bucklige Gassen, windschiefe Häuser: Das Fürther Gänsberg-Viertel in SamSon

In SamSon, dem digitalen Wochenmagazin aus dem Verlag Nürnberger Presse, ist ein sehr interessanter Beitrag der Fürther-Nachrichten Redakteurin Birgit Heidingsfelder zum Abriss des ehemaligen Gänsbergs erschienen.
Die Stadtheimatpflege dankt dem Verlag ganz herzlich für die Möglichkeit, diesen hier zu präsentieren:
Übrigens: Das aktuelle SamSon-Magazin steht Ihnen jeden Freitag ab 18 Uhr zur Verfügung und ist als App für Ihr iPad, Ihr Android-Tablet oder Android-Smartphone oder als Browser-Ausgabe unter http://www.samson-magazin.de/ verfügbar. In der App finden Sie kostenlose Demo-Ausgaben.

Angefragt: Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz in den Fürther Nachrichten

Karin Jungkunz, Stadtheimatpflegerin in Fürth, zum heutigen Internationalen Tag des Denkmals:
„Viele nehmen den Denkmalschutz  als etwas Lästiges wahr – ich würd’ mir wünschen, dass mehr Menschen erkennen, dass wir stolz sein können auf unsere vielen denkmalgeschützten Gebäude in Fürth. Leider ist der Denkmalschutz ein zahnloser Tiger: Wir Stadtheimatpfleger haben nur beratende Funktion, die Entscheidungen trifft der Stadtrat. Mir will aktuell zum Beispiel nicht einleuchten, warum man in  der alten Feuerwache nicht  Räume des Schliemann-Gymnasiums unterbringen kann  – es gibt viele tolle Beispiele, wie denkmalgeschützte Bauten modern genutzt werden. Und auch die Villa in der Austraße liegt mir am Herzen, wo das Grundstück mit einem Hochhaus zugebaut werden soll. . .“

AKTUALISIERUNG: Neue Biographie des Fürther Künstlers Benno Berneis

Der FürthWiki-Autor Simon Rötsch hat eine sehr interessante Biographie über den in Fürth geborenen und erst jüngst wieder entdeckten Künstler Benno Berneis (http://www.nordbayern.de/region/fuerth/berlin-entdeckt-einen-further-maler-neu-1.5427245?searched=true) verfasst. Diese Biographie wurde nun vom Verfasser nochmals erweitert. Seine aktuelle Arbeit finden Sie unter der Rubrik „Gastbeiträge“.

Ebenfalls neu ist das Werkverzeichnis der Bilder des Künstlers:

Benno Berneis – Werkverzeichnis

Desweiteren sei mit „Fiorda 14 – 18. Spuren jüdischen Lebens in Fürth während des Ersten Weltkriegs.“ die Bewerbung des Autors Simon Rötsch zum Geschichtswettbewerb der Bundesregierung erwähnt:

Fiorda 14-18

Bewegende Erinnerungen an die verlorene Heimat Fürth

Während einer ökumenischen Pilgerreise Anfang April unter der Leitung der beiden Dekane Jörg Sichelstiel und Andre Hermany fand ein spannendes Treffen der Reisegruppe mit ehemaligen jüdischen Mitbürgern aus Fürth statt. 
Karin Jungkunz konnte sich an diesem Abend u.a. mit Rachel Luzann, geb. Felsenstein unterhalten, die in der Friedrichstraße 17 aufgewachsen ist. Ihre eindrückliche Schilderung der Lebensumstände unter den Nazis haben einen bleibenden Eindruck bei der Stadtheimatpflegerin hinterlassen.
Anbei der Artikel:
http://www.nordbayern.de/region/fuerth/bewegende-erinnerungen-an-die-verlorene-heimat-furth-1.5979167

Ornament-Comeback in der alten Humbser-Brauerei

„Ein Kleinod besonderer Art erlebt im alten Brauerei-Komplex an der Schwabacher Straße seine Wiedergeburt: Üppige historische Wandmalerei wurde bei der Renovierung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes neben dem Sudhaus mühsam freigelegt und sorgfältig restauriert.“

Zum Artikel der FN vom 23.03. geht es hier:

http://www.nordbayern.de/region/fuerth/ornament-comeback-in-der-alten-humbser-brauerei-1.5906674